Mittwoch, 4. Februar 2004

Wenn man bloß wüßte WANN

DADA* hingehen

*"WOWO ist ja die Antwort auf die Frage des DADA" wie der betreffende trefflich bemerkte auch folgendes:

"Ich denke
man müßte
nicht mehr
als den Mut dazu
H A B E N
Sie Dank
Für Ihre Aufmerksamkeit."
(Friedhelm Kändler)

Heute: Klamotten für meinen Freund kaufen

oder: Servicewüste Deutschland.

Da sollte man annehmen bei einem mittelprächtigen Herrenausstatter auch als Frau bedient zu werden, doch die Damen vom Verkauf haben besseres zu tun. Dabei sehe ich heute so aus, als würde ich mindestens einmal im Jahr meinem Liebsten eine Lederjacke schenken. Oder ein überteuertes Armani-Hemd. Samt Kravatte versteht sich. Ich finde ja Männer in Hemden äußerst anziehend. Meistens. Noch besser finde ich ja Männer mit geschmackvoller Brille, auch weil man jene ja zu diversen Diversigkeiten ausziehen kann und dieser Akt des Brilleabsetzens, der in meinem Heimatdialekt übrigens ausziehen genannt wird hat für mich in der Verbindung mit nackter werden und ungeschützer und gleichzeitig näher bei sich sein etwas höchst erotisches, aber ich schweife ab.

Dem Verkäufer, der mich dann letztlich bediente hätte ich nämlich nicht unbedingt gerne die Brille ausgezogen, dazu war er mir nun zu geleckt und overstyled.
In Gedanken tat er mir ja leid, wobei: es ist ja sein Job jeden zu beraten, auch wenn keine Kaufabsicht besteht, da stand ich nun unter Vortäuschung falscher Tatsachen, erfundenem Liebsten und sonst ohnehin bunt im Hinterkopf zurechtgepinselten Absichten, ein neuer Auftrag, endlich mal wieder unterwegs im Dienste der Bewässerung der Servicewüste Deutschland, unterwegs als Mysteryshopperin.

Hübsch diese Geschichten, die man dabei loswerden kann. Wie zuletzt als ich sogar ein Auto kaufen sollte. Ein Auto, fünf Klassen zu hoch für mich. Sogar mit Probefahren. Und der eine Verkäufer sich so für meinen Ehemann interessierte, seinen Job als Restaurator in Florenz. Oder der andere Verkäufer, bei dem ich schnell den Beruf meines Ex hervorkramte, in dessen Detailwelten ich mich auslassen konnte. Und noch ein anderer, der begeistert von seinem kleinen Jungen erzählte als ich von meinem erzählte, der gerade drei geworden ist und statt Nutella immer "Papalade" sagt, was ja logisch ist, denn Mama ißt immer so rote Erdbeerenmatsche, Mamalade und Papa immer jene nahrhafte Nuß-Nougat-Creme. Wenn die Welt aus Anekdoten zusammengepuzzelt wird ergibt sie viel schneller ein Bild als in reinen Handlungen. Ein Bild was sich schneller festsetzt, länger überlebt. (Der Knoten, den ich mir gerade bezüglich dieses Themas ins Taschentuch mache bezüglich weiterer Worte zum Thema Blogging oh why ohwei)

Kein Zweifel, Verkäufer müssen glauben. An ihre Kunden. Im Zweifelsfall an mich.

Wort der Stunde

BaySchläfer

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Also ich finde ...

 

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