Performance Lecture ab 18
Unter einer "performance lecture" konnte ich mir bis gestern wenig vorstellen. Doch was ich dann sah traf genau diesen Begriff aufs beste. Daß diese dann "ab 18" war wurde an den Bildprojektionen klar, die nicht gerade geschmackvoll bei Fußbilz (links) und Atompilz (rechts) begannen, in der Mitte das live mit einem Bohrer durchbohrte Modell eines Hauses in FisherPrice Größe, mit live Kamera projeziert hinter den Vortragenden in der Mitte. Dieser sprach von Körpern und Körperöffnungen, beschwor Verbindungen zwischen Geschwindigkeit und Durchlässigkeit, zwischen Europa und wiederum Öffnunen in Form von Löchern.
Ein nachdenkenswertes äußerst intellektuelles Zitatejonglieren zwischen Vilem Flusser, Lacan, Peter Weibel und all den anderen, die man kennen muß. Eine Vorlesung wie sie hätte auch in meinem ehemaligen Fachbereich stattfinden können, zumindst deren erster Teil.
Als er dann sich seiner Kleider entledigte und zu langsamer elektronischer musikalischer Endlosschleife seine verborgene zweite Haut entpackte war es ein seltsam schöner Anblick: ganz in blau ein angemalter Bodystocking. Die noch freien Hautflächen bestrich er sich langsam in der Folge mit einem Schwamm und bekleidete sich so wieder komplett mit Farbe. Ein sehr sinnlicher Akt.
Was dann folgte bewog zwei Menschen zum Rausgehen. Vorher bereits gezeigte Diaprojektionen rechts und links haben es ahnen lassen: dieser Performancekünstler ist in Piercing/SM-Kreisen zuhause, so zeigte er Bilder eines Rituals bei dem zwei Menschen mittels vorher in ihrer Haut befestigten Haken aneinandergekettet aufgehängt werden. Exakt die gleichen Bilder die ich schon bei einem Vortrag während der Profile Intermedia gesehen habe, dort sogar als bewegter Film.
Er zog sich nun vor aller Augen live zwölf silberne Sternnadeln durch seine Brust. Der Europastern. Die Art und Weise wie er es tat, beinahe meditativ ließ mich recht fragend zuschauen, was daran so schrecklich sei, daß dabei jemand rausgehen müsse. Sicherlich etwas, was ich persönlich nicht ausprobieren möchte. Gleichzeitig fragte ich mich: bin ich schon so abgestumpft, daß mich dieser persönliche Akt überhaupt nicht mehr berührt? Warum spüre ich dabei kein bischen Herzklopfen?
Interessiert schaue ich weiter zu. Ein Knall durchbricht unmotiviert die Stille. Mir (und anderen) entfährt ein Laut des Erschreckens) - nur ein kleines Feuerwerk. Dann klettert er auf zwei Podeste, nur ein paar Quadratzentimer für Knie und Hände, in Hundestellung führt er eine Tischrakete in seine hintere Körperöffnung und nimmt eine weitere in den Mund. Die wenigen Zuschauer lachen. Eine Helferin, die zuvor Texte mit schöner Stimme, leider mit ein paar Stottern gelesen hatte, entzündet beide Feuerwerke. Eine Kamera unter dem Oberkörper projiziert die zwölf leuchtenden Sterne in seinem Oberkörper auf die Wand.
Mit den letzten sanften Feuerregen wie einer Wunderkerze geht auch die Musik zu Ende, das Licht aus.
Zögerlicher Applaus. Er betritt die Bühne, nun mit einem Handtuch um die Hüften. Dabei trägt er immer noch blaue Farbe und die 12 Sterne. Applaus zu empfangen scheint ein privaterer Akt als sich in einer Performance zu zeigen.
Ein nachdenkenswertes äußerst intellektuelles Zitatejonglieren zwischen Vilem Flusser, Lacan, Peter Weibel und all den anderen, die man kennen muß. Eine Vorlesung wie sie hätte auch in meinem ehemaligen Fachbereich stattfinden können, zumindst deren erster Teil.
Als er dann sich seiner Kleider entledigte und zu langsamer elektronischer musikalischer Endlosschleife seine verborgene zweite Haut entpackte war es ein seltsam schöner Anblick: ganz in blau ein angemalter Bodystocking. Die noch freien Hautflächen bestrich er sich langsam in der Folge mit einem Schwamm und bekleidete sich so wieder komplett mit Farbe. Ein sehr sinnlicher Akt.
Was dann folgte bewog zwei Menschen zum Rausgehen. Vorher bereits gezeigte Diaprojektionen rechts und links haben es ahnen lassen: dieser Performancekünstler ist in Piercing/SM-Kreisen zuhause, so zeigte er Bilder eines Rituals bei dem zwei Menschen mittels vorher in ihrer Haut befestigten Haken aneinandergekettet aufgehängt werden. Exakt die gleichen Bilder die ich schon bei einem Vortrag während der Profile Intermedia gesehen habe, dort sogar als bewegter Film.
Er zog sich nun vor aller Augen live zwölf silberne Sternnadeln durch seine Brust. Der Europastern. Die Art und Weise wie er es tat, beinahe meditativ ließ mich recht fragend zuschauen, was daran so schrecklich sei, daß dabei jemand rausgehen müsse. Sicherlich etwas, was ich persönlich nicht ausprobieren möchte. Gleichzeitig fragte ich mich: bin ich schon so abgestumpft, daß mich dieser persönliche Akt überhaupt nicht mehr berührt? Warum spüre ich dabei kein bischen Herzklopfen?
Interessiert schaue ich weiter zu. Ein Knall durchbricht unmotiviert die Stille. Mir (und anderen) entfährt ein Laut des Erschreckens) - nur ein kleines Feuerwerk. Dann klettert er auf zwei Podeste, nur ein paar Quadratzentimer für Knie und Hände, in Hundestellung führt er eine Tischrakete in seine hintere Körperöffnung und nimmt eine weitere in den Mund. Die wenigen Zuschauer lachen. Eine Helferin, die zuvor Texte mit schöner Stimme, leider mit ein paar Stottern gelesen hatte, entzündet beide Feuerwerke. Eine Kamera unter dem Oberkörper projiziert die zwölf leuchtenden Sterne in seinem Oberkörper auf die Wand.
Mit den letzten sanften Feuerregen wie einer Wunderkerze geht auch die Musik zu Ende, das Licht aus.
Zögerlicher Applaus. Er betritt die Bühne, nun mit einem Handtuch um die Hüften. Dabei trägt er immer noch blaue Farbe und die 12 Sterne. Applaus zu empfangen scheint ein privaterer Akt als sich in einer Performance zu zeigen.
Ideenjongleur - 21. Mrz, 16:54



