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Sonntag, 4. April 2004

Poems for Laila - "Frühstück in Budapest"

Saturn, Kopfhörer auf den Ohren und es läuft "Poems for Laila" - "Frühstück in Budapest"

Element of Crime hat das Kunststück vollbracht: auf deutsch besser zu klingen als auf englisch, noch dazu mit Trompete und Akkordeon. Polkaeskes Originalität abzugewinnen und dabei unglaublich relaxed zu klingen gelingt Poems for Laila leider nicht mehr.

"Und ich fahre durch die Straßen und ich suche nach dem Glück" solche Zeilen darf Blumfeld schreiben, doch selbst die nicht ungestraft von genervten Rezensenten. "Alles wird gut" wie einer der Titel mit Reimen, die nicht aufgehen; möchte man Nikolai Tomas entgegenrufen, der selbst stimmlich an Attraktivität verloren zu haben scheint auf deutsch. Die Grenze zwischen genial-einfach und schlicht platt ist eine schmale, zu häufig tritt er daneben, vor allem wenn dazischengerufene "Yeah"s auch nichts daran ändern, daß Lieder wie "Arsch aus Berlin" mit dem vielsagenden Refrain "Du weißt" klingt wie schlecht übersetzt. "I know" übrigens eines der erfolgreicheren Stücke der "Another poem for the 200th century". Anne de Wolff hat hier eine Piepsstimme, obwohl sie mehr kann, wie sie früher schonmal bewiesen hat als mehr als "nur" die back-Stimme von Poems for Laila. Spekulationen über private Liaisons, die beruflich befruchtend wirken und die zu mehrfachem Auswechseln der Sängerinnen neben Nikolai Tomas führten seien besser hintenangestellt. Auf dem Cover grüßen sie dann auch noch Calexico, den Freundeskreis und Rosenstolz, alles sehr schöne Bands, doch diese wissen mit der deutschen Sprache umzugehen und Songs wie "Suche nach dem Glück" liessen mich kopfschüttelnd in den Hörer hineinkriechen, genauso kopfschüttelnd wie bei den ersten Takten der "Jenseits von Jedem" von Blumfeld:

Stehen zwei an der Ecke
Zieht dich gar nichts an
Rauchen eine Zigarette
Ziehen vorne dran

Kommt ein alter Türke
Mit Feuer in der Hand
Kriegt eins auf die Schnauze
Ist aus einem andern Land

Und ich fahre durch die Straßen
Und ich suche nach dem Glück.

Bitte nocheinmal! Möchte man da rufen und nur ein Song, etwas später auf dem Album, schafft es ins Ohr und in die Beine und wenn auch einer zu wenig ist die ganze Platte gut zu finden, so versöhnt er doch mit den restlichen Stücken aus denen nur "The sun is on the roof" (ja, sie können noch englisch) und die wunderbare Valse mit Musette (Annes Song) hervorzuheben sind als die Poems for Laila, die dennoch — alleine durch die markante warme Stimme von Nikolai Tomas und die zugleich träge wie treibende Musik - unverkennbar eigen bleiben. Bei Annes Song, ohnehin instrumental und bei "The sun ist on the roof" ist der Text unwichtig; wichtig ist die Stimmung, wie in einem Berliner Lokal, das gerne französisch oder russisch sein möchte, wo ein Herr Lehmann hinter dem Tresen lebt und irgendeiner auf die Idee kommt, spätnachts wo alles gesagt ist, mit seinem fremden Gegenüber mehr nacht- als alkoholberauscht nicht nur das letzte Bier sondern auch ein Geheimnis zu teilen, was man so noch nie jemandem erzählt hat.

Zuvor hat man jedoch beschlossen, sein Leben umzugestalten. Und "Umgestalten" ist der Song der alles herausreißt. Der Song hat Konzertpotential, man sieht klatschende und hüpfende Menschen, glückliche Gesichter, Schmunzeln. Wie er von den Frühstücksterroristennestern und milchkaffeverklebten Mündern singt, die von der letzten Nacht protzen hat in seiner leise wütenden Ironie etwas liebenswertesMan denkt an "Bring den Vorschlaghammer mit" von Element of Crime. Zeit das Alte loszulassen steht symptomatisch über den letzten beiden CDs der Poems, die etwas unentschlossen scheinbar mal Pop mal ein bischen Elektronik ausprobieren und so sehr das Neuerfinden einem Vorwärtstsreben gleichkommt wünsche ich mir in jenem Fall: Schuster bleib bei deinen Leisten!


Mein Traumvorführer hat noch nichts von Aprilscherzen gehört

Ina und ich sind auf einer Privatparty in Köln, Mike lehnt an einer durchgehend an der Wand entlanglaufenden Theke, die zu niedrig für seine Ellbogenhöhe ist. Er lehnt schwer und gekrümmt mit dem Gesicht zur Wand, unbeteiligt an den Gesprächen um sich. Er sieht niemanden an, ist jedoch da, von jedem wahrgenommen. Er sieht alt aus. Krank. Ich weiß es. Tippe ihm mit ausgestrecktem Arm auf die Schulter. Er dreht sich um, motorisch unbeholfen, angestrengt. "Hallo" sage ich. "Hallo Catherine" und nur an der Art wie du meinen Namen betonst erkenne ich deine Stimme irgendwo tief in dir versteckt wieder. Es ist ein tonloses Röcheln, die Stimme eines alten Mannes, gedämpft von zuviel Alkohol und Zigaretten. </P

Du wirst als erster in meinem Bekanntenkreis sterben.

"Ich werde nicht alt" hast du mir schon sehr früh gesagt. Ich habe es gehört und nicht ernst genommen. Genausowenig ernst wie Lennard mir im Vertrauen erzählte, er sei von einem anderen Stern, und da war er 20, nicht etwa 6 Jahre alt. Und ich lag in seinen Armen und fühlte, daß du etwas Besonderes warst, für mich. Wieso dann nicht auch für die ganze Welt? Es spielte keine Rolle und ich dankte innerlich für dein Vertrauen.

Vor dem Alien gab es jemand mit einer seltenen Erbkrankheit, die heimtückisch im Verborgenen wütet, die dir keinerlei Verletzungen erlaubt und deine eleganten vorsichtigen Bewegungen, die ich so mochte auf einmal erklärte. Und deine übervorsichtigen Eltern. Dabei war es nur sichtbar auf diesem Pass, den du immer bei dir tragen musstest. Nie ist etwas geschehen in unserer Zeit.

"Ich werde nicht alt" sagtest du, ich erinnere mich wie du dabei lächeltest als machte es dir nichts aus, denn nur Helden sterben jung. Es passte zu deinem Glauben an deine hormonelle Glücksinfektion, die dir ein Arzt bescheinigt hatte im Alter von sechs. Attestierte Hormonlage wie ein Delphin, samt Dauerglücksgrinsen und der festen Überzeugung, daß Menschen dich ausschließlich lieben, wenn dein Glück Brandblasen schlägt in fremder Haut. Halbwertszeiten von Radium. Ich wußte nie, ob ich dich darum beneiden oder beweinen sollte. Der Junge, der nie sein Lachen verlor. Du erfindest dich als eine Tim Thaler-Gegenpersönlichkeit, die in die heutige Zeit besser passt als Tim aus den 80igern. Manische Skriptvorlage.

Jetzt könnte man meinen, ich stehe auf verschrobene Psychopathen aber natürlich ist alles ganz anders. Jedem seine kleinen Verrücktheiten. Ich liebe es.

Wer glücklich ist fragt sich nicht woher es kommt, das Glück und warum. Er nimmt es einfach. Und teilt es und es verdoppelt sich.

To someone I was close for some hours some time ago:

You seemed to methat you take your needs just in parts — this kiss, this hugging, this eyes‘ beauty. No consequences, no decision.

You, without the patience to accept that the whole is indeed more than the pieces putted in one big box of life. Your patchwork-lovership is in danger to get drunk of too much honey.

You need a model, a dancer, an actress, a sportswoman, a seducer, a mother, a teacher and a healer. And you will be a seeker for a lifetime a bee bumbeling from flower to flower to make your honey luck.

10 ways FROG learned:

  • form follows emotion
  • Be passionate
  • Bring Beauty to the bottom line
  • Don’t compete. Be different
  • Connect the dots, look for the bigger experience from a higher vendor to a strategic partner
  • Think big. Dream
  • Chaos ist ok, the unexpected leaps of progress often happens in chaos and surprise, don’t be afraid of it
  • Change is fun; creativity requires movement
  • Don’t be afraid to reinvent yourself, change your own identity
  • Is a black forest secret
  • Mit und Ohne Fahrstuhl

    Jörg Willich, CD von Landor erzählte auf der letztjährigen Profile Intermedia diese Geschichte wie er mit einem englischsprachigen Geschäftspartner in einen Fahrstuhl stieg. Wie man sich zuvor über Orientierungssysteme unterhielt und die Icons zunächst außerhalb des Fahrstuhls analysiert wurden und dem Geschäftspartner an der Beschriftung vieler deutscher Geräten diese Mischung aus deutsch und englisch aufgefallen ist.

    Im Fahrstuhl fand sich nun zum Thema "Fahrstuhllicht" drei Wahlmöglichkeiten:

    "On/off", "dunkel" und "hell", daneben die Knöpfe für die Stockwerke.

    Jörg Willich erzählte: "Und dann schloß sich die Fahrstuhltür und mein Geschäftspartner schaute mich neugierig an und fragte mit gerunzelter Stirn: "What happens when I press ‚hell‘?"

    Und noch eine Geschichte ohne Fahrstuhl, erzählt Ken Garland, gehört und weitergegeben von Bekannten von Verwandten (oder so):

    Kurt Schwitters möchte Georg Grosz in Berlin in seiner Wohnung im 11. Stock besuchen. Letzterer ist nicht gerade für seine höfliche Gastfreundshcaft bekannt. Schwitters, nachdem er die 11 Stockwerke zu Fuß erklommen hatte, klopft an, man öffnet ihm.

    "Guten Tag" begrüßt Schwitter Grosz.

    "Ich bin nicht Georg Grosz" sagt sein Gegenüber und schließt die Tür direkt wieder.

    Schwitters läuft die Treppen wieder herunter, vergewissert sich, daß er die richtige Klingel erwischt hat, klingelt erneut, steigt erneut in den 11. Stock, klopft wieder, die Tür öffnet sich. Er sagt: "Ich bin nicht Kurt Schwitters."

    Fotografen als Augenhuren

    Einen Semiprofessionellen Fotografen, der hauptsächlich Aktfotos macht anblicklich seiner Fotowand mit vielen sehr gut aussehenden Frauen zu fragen: "Und, hast du mit allen jenen Mädels was gehabt?" ist wie die Frage an einen Bibliophilen in Anbetracht endloser Bücherwnde zu fragen: "Und? Hast du die alle gelesen?"

    In alten Notizen wühlen

    In alten Notizen wühlen, weil man sonntags nichts besseres zu tun hat, unverliebt, in einer Stadt wo Menschen zum Auftauen so lange brauchen wie ich wahrscheinlich hier arbeite. Im Hintergrund läuft Viva, nie hätte ich gedacht, daß mich es mal wieder nach jahrelanger Fernsehabstinenz erfreut Videoclips zu schauen. Und obwohl ich mit Eminems Musik nichts anfangen kann ist sein neues Video wirklich amüsant.

    Eine Band sollte so heißen: "The never invited guest comes too late" (Maybe that might be me)

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