Magersucht wieder in aller Munde ODER Hilfe, ich bin ein Vielfraß
Da habe ich es als halbe Portion halbwegs akzeptiert, die Spaghetti-Packungen für zwei Personen im günstigsten Fall ohne Rest – meist jedoch mit einer Viertelportion Über-Rest – aufessen zu können – doch: was bitte soll man mit so einer Viertelportion? Da muß ich ja 4 Tage hintereinander Spaghetti essen um am 5. Tag dann wieder eine ganze Portion zu erhalten, wo dann die erste Viertelportion sich bestimmt bis dahin mit einem weißen Pelz überzogen hätte – igitt ... Ich habe es also schweren Herzens und vollen Bauches akzeptiert, daß mein Appetit nahezu grenzenlos ist und mein kleiner Magen zwei Portionen Platz bietet ohne mich – zu meinem Glück – gleich zu verdoppeln, in der Breite versteht sich. Da habe ich doch heute erstmalig eine ganze Püreepackung für drei (in Zahlen: 3!!!) Personen ohne Rest aufgegessen. Als Beilage wie dafür vorgesehen wohlgemerkt! Dass man in anderen Umständen für zwei ißt, ist ja hinreichend bekannt. Dass ich für drei essen kann hiermit auch. Und doch frage ich mich mit dreifachem Stirnrunzeln – „Ah, es werden Zwillinge!?!?“ nein, das nicht – ich frage mich, WEM diese Wirtschaftsstrategie nutzt? Klar, klingt doch für den sparsamen Verbraucher toll: die Supersparfamiliensondergrößenpackung mit 10 mal 3 – zehn mal drei – das muß man sich mal auf der Zunge zegehen lassen – mit 10x3 Alubeuteln also mit Kartoffelpulver in den Topfschrank zu stellen. Woanders passt die überdimensionierte Papppackung (mit 3 p) nicht hin – und es als Single darauf ankommen zu lassen: auf den großen Hunger, das große Kochen und das große Fressen! Pustekuchen! Was auch immer das für eine Leckerei sein mag, her damit. Neben den drei Portionen Püree ist da noch Platz für ein Dessert.
Da glaubt man sich beim Kauf der Packung schon beschämt im Größenwahn, legt sich ne mentale Familie ins Sprachzentrum, abrufbereit, wo doch der Rest der Waren auf dem Band eindeutig sagt: hier ist ein Single, alleine am Tisch, höchstens der Mann im Fernseher gegenüber auf dem Stuhl, der vom Wetter erzählt. Oder vom Pferd. Und die Frau an der Kasse mit der Froschfigur schaut einen glubschig an und packt die Packung mit zwei Händen auf die andere Seite des Scanners und auf die Bitte Kannichnetüte gibt’s kommentarlos die Ichkaufeinenfernsehertüte im Überformat für 50 cent extra.
Und gerade jetzt habe ich eine komplette 3-Portionen-Püreeimalubeutel verspeißt.
Und frage mich: Wie konnte es dazu kommen? Hat der Rest der Republik inzwischen diätengetrimmte Schrumpfmägen? Ist mit dem 80er Retro auch Magersucht wieder hip? Und dies eine ganz normale Reaktion der Kartoffelpulverpüreehersteller?
Und vor allem: für wie blöd werden da Verbraucher gehalten, denen ein Sparfeeling serviert wird. Aber ich habe doch die Supermegaultragroßpackung zum familienfreundlichen Aktionspreis gekauft!
Und was passiert in Zukunft, wenn die Pizzen jedes Jahr einen Zentimeter im Durchmesser kleiner werden – Pizzinis und Pizetten täuschen ja jetzt schon geschickt über den nominalen Inhalt – und die transportbedingten Füllhohenschwankungen nur noch Alibi sind?
Werden dann die Inhalte der Verpackungen tatsächlich so klein werden wie auf den Achtung! – Serviervorschlag-Abbildungen, die uns Verbrauchern schon immer einen Ausbund an Blödheit unterjubelten.
Das fünf Kubikzentimeter große Frühstücksfleisch aus dem Metallpanzer befreien – so geniesst es sich garantiert besser als direkt aus der Dose – auf einen – wichtig: BUNTEN – Teller legen und – da ist er, der ultimative Clou – ein abgezupftes Zweiglein Petersilie in der glibberigen Aspikhülle, die dem Ganzen etwas Neugeborenes verleiht – nur nicht ganz verschwinden lassen und – wie aufregend – servieren! Ganz vorschlagsgetreu wird der Vorschlag zu einem Schlag ins Gesicht der Intelligenz der Verbraucher.
Ohne Zweifel sind – um auf das Hauptthema zurückzukommen – 5 Kubikzentimeter Frühstücksfleisch eine Familienpackung, natürlich: drei Personen sind eine Familie.
Nebenbei: zuletzt habe ich Kinder beonachtet, die nicht etwa „Mam-Papa-Kind“ spielten, sondern „Mann-Freundin-Hund“. Wobei: würde ein Hund an dieser Familienfrühstücksfleischdose teilhaben wollen, wäre sie auch eine einmalige Angelegenheit. Für ihn.
Womöglich habe ich da ja auch etwas ganz falsch verstanden:
Erstens: Die moderne Familie besteht inzwischen mal wieder umso mehr aus Magersüchtigen.
Zweitens: Diese Verpackungspolitik wirkt der amerikanisierten Tendez der Verfettung unserer Gesellschaft entgegen und ist damit GUT für uns solange wir uns daran halten, daß drei Portion drei Portionen zu sein haben.
Und drittens: Ich bin damit total out.
Und Frühstücksfleisch in Dosen ist sowieso für die Katz..
Da glaubt man sich beim Kauf der Packung schon beschämt im Größenwahn, legt sich ne mentale Familie ins Sprachzentrum, abrufbereit, wo doch der Rest der Waren auf dem Band eindeutig sagt: hier ist ein Single, alleine am Tisch, höchstens der Mann im Fernseher gegenüber auf dem Stuhl, der vom Wetter erzählt. Oder vom Pferd. Und die Frau an der Kasse mit der Froschfigur schaut einen glubschig an und packt die Packung mit zwei Händen auf die andere Seite des Scanners und auf die Bitte Kannichnetüte gibt’s kommentarlos die Ichkaufeinenfernsehertüte im Überformat für 50 cent extra.
Und gerade jetzt habe ich eine komplette 3-Portionen-Püreeimalubeutel verspeißt.
Und frage mich: Wie konnte es dazu kommen? Hat der Rest der Republik inzwischen diätengetrimmte Schrumpfmägen? Ist mit dem 80er Retro auch Magersucht wieder hip? Und dies eine ganz normale Reaktion der Kartoffelpulverpüreehersteller?
Und vor allem: für wie blöd werden da Verbraucher gehalten, denen ein Sparfeeling serviert wird. Aber ich habe doch die Supermegaultragroßpackung zum familienfreundlichen Aktionspreis gekauft!
Und was passiert in Zukunft, wenn die Pizzen jedes Jahr einen Zentimeter im Durchmesser kleiner werden – Pizzinis und Pizetten täuschen ja jetzt schon geschickt über den nominalen Inhalt – und die transportbedingten Füllhohenschwankungen nur noch Alibi sind?
Werden dann die Inhalte der Verpackungen tatsächlich so klein werden wie auf den Achtung! – Serviervorschlag-Abbildungen, die uns Verbrauchern schon immer einen Ausbund an Blödheit unterjubelten.
Das fünf Kubikzentimeter große Frühstücksfleisch aus dem Metallpanzer befreien – so geniesst es sich garantiert besser als direkt aus der Dose – auf einen – wichtig: BUNTEN – Teller legen und – da ist er, der ultimative Clou – ein abgezupftes Zweiglein Petersilie in der glibberigen Aspikhülle, die dem Ganzen etwas Neugeborenes verleiht – nur nicht ganz verschwinden lassen und – wie aufregend – servieren! Ganz vorschlagsgetreu wird der Vorschlag zu einem Schlag ins Gesicht der Intelligenz der Verbraucher.
Ohne Zweifel sind – um auf das Hauptthema zurückzukommen – 5 Kubikzentimeter Frühstücksfleisch eine Familienpackung, natürlich: drei Personen sind eine Familie.
Nebenbei: zuletzt habe ich Kinder beonachtet, die nicht etwa „Mam-Papa-Kind“ spielten, sondern „Mann-Freundin-Hund“. Wobei: würde ein Hund an dieser Familienfrühstücksfleischdose teilhaben wollen, wäre sie auch eine einmalige Angelegenheit. Für ihn.
Womöglich habe ich da ja auch etwas ganz falsch verstanden:
Erstens: Die moderne Familie besteht inzwischen mal wieder umso mehr aus Magersüchtigen.
Zweitens: Diese Verpackungspolitik wirkt der amerikanisierten Tendez der Verfettung unserer Gesellschaft entgegen und ist damit GUT für uns solange wir uns daran halten, daß drei Portion drei Portionen zu sein haben.
Und drittens: Ich bin damit total out.
Und Frühstücksfleisch in Dosen ist sowieso für die Katz..
Ideenjongleur - 28. Mai, 23:25

