Einbischen lächeln über die Agressivität dieses Satzes. Dabei feststellen, daß zwischen Reden und Tun Welten liegen können; daß ich automatisch, ganz automatisch mich wie mein Gegenüber verhalte. Ist er frech und provokant, werde ich es auch. Das schätze ich, ich kann besser und einfacher kommunizieren, wenn ich provokativ gepusht werde. Ich mag es, wenn man mir unverschämte Fragen stellt, es macht Spaß so an Grenzen zu kitzeln, die ich dann sehr viel leichter erreiche. Ich erinnere mich an eine Chatbekanntschaft, die ich mitten in der Nacht zu mir nach Hause eingeladen hatte und mit der ich außer einer wunderbaren Umarmung keinerlei Körperkontakt hatte, an diesem ersten Abend, und doch war diese Unterhaltung voller spannender Entdeckungen.
Ist mein Gegenüber jedoch schüchtern, nehme ich es nicht nur wahr sondern auf. Deine Vorsicht wird zu meiner Vorsicht. "Jedes Erzählen ist freiwillig", sagst du. Dabei wäre es ein leichtes gewesen zu sagen, was ich wollte, wenn - ja, wenn ich genau gewußt hätte, was ich wollte. Schüchtern und zugleich Offen ist eine sehr ungewöhnliche Kombination, eine die mich positiv irritiert. Zudem hat jede Kommunikation so viele Perspektiven wie Beteiligte. Da kann mein Gegenüber eine Art nicht mögen, die mir liegt und umgekehrt. Und genau das ist die Kunst, damit zurechtzukommen. Jetzt kann man trefflich dabei auf intellektuellen Pfaden ÜBER Kommunikation wandeln, doch bevor wir meta-kommunizieren möchte ich im Jetzt sein. Gefragt werden. Und "Ja" gesagt haben hätten.
... Rubrik: Fühlen oder denken'?
Ideenjongleur - 27. Jun, 15:11