Ergüsse, die die Welt nicht braucht
"Guten Tag. Mein Lieblingsfilm ist Alien. Sicherlich stimmen Sie mir zu, daß dieser Film nur eines will: auf die Bühne! Er muß es tun und deshalb habe ich ihn als Stück umgeschrieben. Bitte teilen Sie mir mit, wann er Premiere hat. Gerne schlage ich Ihnen auch einen Bühnenbildner vor."
So ähnlich fingen die Anschreiben an, die jenen brüllend komischen Abend "Stücke, die die Welt nicht braucht" einleiteten. Weiter ging es über einen alten Studienrat, dessen 20jährige Forschung als Ergebnis etwas hervorbrachte, welches er der Welt nicht vorenthalten darf: nämlich die Fortsetzung von Goethes Faust 2. Teil! Wo er sich doch schon immer darüber geärgert hat, daß Faust 2 eben kein Ende hat. Oder die sterbenslangweiligen Diskussionen zwischen zwei Wissenschaftlern über gentechnische Phänomene, über ein Reagenzglas gebäugt. Oder die herzblutenden Ergüsse einer Ersemesterin, die in einem Stück über zwei Liebende auf einer einsamen Insel schon im Anschreiben autobiographisch-methaphorische Parallelen gesteht, darin ihre gescheiterte Beziehung verarbeitet zu haben.
Und dann war da noch dieses unaufgefordert eingesandte Stück über eine alte Dame, die ein Einweckglas aufbewahrt. Und ihren jungen Untermieter, der das bestens gehütete Glas entdeckt und in ihrer Abwesenheit näher erforscht und dabei auf den Teppich fallenläßt. Der sie fragt wessen Asche das sei und sich schämt, heimlich zu versucht haben es herauszubekommen. Der dann von ihr erfährt, es sei Hitlers Kot und ihre Geschichte wie sie daran gekommen ist. Natürlich verlieben sich beide "und jetzt mögen Sie denken, daß es an Harold and Maude erinnert" schreibt der Autor "und dann muß ich gestehen, Sie haben recht."
Und die Welt atmet auf, daß jenes Stück dort landete wo es hingehört: so wenn nicht im Klo, so doch im Schredder, ein phantastisches Utensil.
Wenn ich dann ein paar Tage später in der Bahnhofsbuchhandlung jenen Klappentext lese, dann mag ich laut rufen nach Spenden an den Ullstein-Verlag sich ein ebensolch nützliches Gerät zuzulegen.
"Das kleine Busenwunder" von Tina Grube zeigt auf dem Titel eine appetitlich aufgeschnittene Blutorange. Die Rückseite verspricht:
"Die muntere Vesuvia ist ein weiblicher Busen! An der Seite ihrer frivolen Zwillingsschwester Etna wächst sie heran und macht die Erfahrung, daß selbst ein Busen hysterisch werden kann. Doch die sensible Schöne lernt auch, die prickelnden Momente des Lebens lustvoll zu geniessen. Denn Vesuvia verliebt sich - in eine herrliche Männerbrust."
So ähnlich fingen die Anschreiben an, die jenen brüllend komischen Abend "Stücke, die die Welt nicht braucht" einleiteten. Weiter ging es über einen alten Studienrat, dessen 20jährige Forschung als Ergebnis etwas hervorbrachte, welches er der Welt nicht vorenthalten darf: nämlich die Fortsetzung von Goethes Faust 2. Teil! Wo er sich doch schon immer darüber geärgert hat, daß Faust 2 eben kein Ende hat. Oder die sterbenslangweiligen Diskussionen zwischen zwei Wissenschaftlern über gentechnische Phänomene, über ein Reagenzglas gebäugt. Oder die herzblutenden Ergüsse einer Ersemesterin, die in einem Stück über zwei Liebende auf einer einsamen Insel schon im Anschreiben autobiographisch-methaphorische Parallelen gesteht, darin ihre gescheiterte Beziehung verarbeitet zu haben.
Und dann war da noch dieses unaufgefordert eingesandte Stück über eine alte Dame, die ein Einweckglas aufbewahrt. Und ihren jungen Untermieter, der das bestens gehütete Glas entdeckt und in ihrer Abwesenheit näher erforscht und dabei auf den Teppich fallenläßt. Der sie fragt wessen Asche das sei und sich schämt, heimlich zu versucht haben es herauszubekommen. Der dann von ihr erfährt, es sei Hitlers Kot und ihre Geschichte wie sie daran gekommen ist. Natürlich verlieben sich beide "und jetzt mögen Sie denken, daß es an Harold and Maude erinnert" schreibt der Autor "und dann muß ich gestehen, Sie haben recht."
Und die Welt atmet auf, daß jenes Stück dort landete wo es hingehört: so wenn nicht im Klo, so doch im Schredder, ein phantastisches Utensil.
Wenn ich dann ein paar Tage später in der Bahnhofsbuchhandlung jenen Klappentext lese, dann mag ich laut rufen nach Spenden an den Ullstein-Verlag sich ein ebensolch nützliches Gerät zuzulegen.
"Das kleine Busenwunder" von Tina Grube zeigt auf dem Titel eine appetitlich aufgeschnittene Blutorange. Die Rückseite verspricht:
"Die muntere Vesuvia ist ein weiblicher Busen! An der Seite ihrer frivolen Zwillingsschwester Etna wächst sie heran und macht die Erfahrung, daß selbst ein Busen hysterisch werden kann. Doch die sensible Schöne lernt auch, die prickelnden Momente des Lebens lustvoll zu geniessen. Denn Vesuvia verliebt sich - in eine herrliche Männerbrust."
Ideenjongleur - 15. Jul, 16:42



