Outingwut Teil 2
"In FIRMA XY, so eine Anekdote, korrigiert der Chef die
Kommafehler in den hausinternen Publikationen höchstpersönlich. Man nennt ihn "Den Dicken" oder "Den Alten", und draus schimmert nicht immer Respekt hervor. In den ersten fünf Jahren seiner Direktion hat er sich nicht nur hausintern einen Ruf erworben, der mit dem Wort "Patriarch" gelinde umschrieben ist. (...) Im Interview attestierte er sich einen kooperativen Führungsstil: "Mein Ideal ist eine enge Kooperation bei größtmöglicher Autonomie der Mitarbeiter". Nicht wenige im Unternehmen werden darüber schmunzeln. Angestellte kritisieren seine diktatorische Einstellungsspolitik. Auch über die Art Entscheidungen bis zur letzten Sekunde hinauszuzögern wird gestöhnt."
aus der taz von 1999, anonymisiert von der Ideenjongleurin
Stellt euch vor in so einem Betrieb zu arbeiten, durchaus mit Freude zu anfangs der Vertretung. Dann mit zunehmenden Frust obwegen jener Halsstarrigkeiten und keinerlei Veränderungsbereitschaft von oben und das obwohl alle außer der Herrscher selbst mit den hausbackenen, unorginellen, Publikationen unzufrieden sind und sich nicht repräsentiert fühlen.
Stellt euch vor, du willst in Anbetracht der Arbeitsmarktslage und weil das restliche Umfeld und die KollegInnen stimmen doch nichts lieber als eine halbe Stelle, weil auch die zu vertretende erst einmal eine halbe Stelle bevorzugen würde um weiterhin öfter bei ihrem Kind zu sein. Die Abteilung stimmt zu, die Arbeit wäre zu teilen, alles wird gut. Die offizielle Anfrage von meiner Seite wartet auf ein offizielles Statement. Die Mutterschutzrückkehrerin wartet auf Äußerungen zu ihrem Antrag.
Und dann erfährt man zufällig, daß der Patriarch einfach so, ohne bekanntzugebende Begründung darauf besteht, daß diese Stelle nicht teilbar sei - entgegen der Auffassung aller Beteiligten. Und hinterläßt nicht nur eine enttäuschte junge Mutter, sondern eine sehr sehr wütende Vertretung, die ab sofort nur noch Dienst nach Vorschrift machen wird!
Kommafehler in den hausinternen Publikationen höchstpersönlich. Man nennt ihn "Den Dicken" oder "Den Alten", und draus schimmert nicht immer Respekt hervor. In den ersten fünf Jahren seiner Direktion hat er sich nicht nur hausintern einen Ruf erworben, der mit dem Wort "Patriarch" gelinde umschrieben ist. (...) Im Interview attestierte er sich einen kooperativen Führungsstil: "Mein Ideal ist eine enge Kooperation bei größtmöglicher Autonomie der Mitarbeiter". Nicht wenige im Unternehmen werden darüber schmunzeln. Angestellte kritisieren seine diktatorische Einstellungsspolitik. Auch über die Art Entscheidungen bis zur letzten Sekunde hinauszuzögern wird gestöhnt."
aus der taz von 1999, anonymisiert von der Ideenjongleurin
Stellt euch vor in so einem Betrieb zu arbeiten, durchaus mit Freude zu anfangs der Vertretung. Dann mit zunehmenden Frust obwegen jener Halsstarrigkeiten und keinerlei Veränderungsbereitschaft von oben und das obwohl alle außer der Herrscher selbst mit den hausbackenen, unorginellen, Publikationen unzufrieden sind und sich nicht repräsentiert fühlen.
Stellt euch vor, du willst in Anbetracht der Arbeitsmarktslage und weil das restliche Umfeld und die KollegInnen stimmen doch nichts lieber als eine halbe Stelle, weil auch die zu vertretende erst einmal eine halbe Stelle bevorzugen würde um weiterhin öfter bei ihrem Kind zu sein. Die Abteilung stimmt zu, die Arbeit wäre zu teilen, alles wird gut. Die offizielle Anfrage von meiner Seite wartet auf ein offizielles Statement. Die Mutterschutzrückkehrerin wartet auf Äußerungen zu ihrem Antrag.
Und dann erfährt man zufällig, daß der Patriarch einfach so, ohne bekanntzugebende Begründung darauf besteht, daß diese Stelle nicht teilbar sei - entgegen der Auffassung aller Beteiligten. Und hinterläßt nicht nur eine enttäuschte junge Mutter, sondern eine sehr sehr wütende Vertretung, die ab sofort nur noch Dienst nach Vorschrift machen wird!
Ideenjongleur - 2. Sep, 14:47



