"Ist es eigentlich wirklich" - so fragte auf einer Diskussionsrunde zum Thema "Polyamoröse Lebensweisen" der Choreograph Felix Ruckert, "diese frei fliessende Liebe, die begeistert, wenn ich meine Partnerin oder meinen Partner mit jemand anderem sehe und mich daran freue - oder ist es nicht vielmehr die narzisstische Freude über die eigene Großzügigkeit, die die Wurzel des Gefühls ist?"
Ideenjongleur - 25. Jul, 13:34
Mein erster Freund bekam kein Foto von mir - und ich - gerechterweise - auch keines von ihm. Was dazu führt, dass ich heute gerade bei ihm am allermeisten wissen möchte wie er heute aussieht.
Beim Kennenlernen via Internet ist es ja üblich Fotos zu versenden. Ein Spiel, dem ich mich ganz oft verweigere. Eine Üblichkeit, die oft zu Diskussionen führt darum, ob ich so hässlich sei oder ein Problem habe und so weiter.
Richtig ist: ich bin gerade erst dabei die Lust am Fotografiert werden zu entdecken.
Richtig ist: ich halte mich nicht für gräßlich. (Es sei denn ich bin nach einer verschlafenen Nacht in einen Platzregen geraten. )
Ich habe kaum Fotos auf denen ich mich wiedererkenne. Und das geht mir auch mit fast allen anderen Freunden und Freundinnen genauso. Noch schlimmer ist es mit Menschen, die ich noch nie live gesehen habe - wie sie sich bewegen, wie sie reden, sie grinsen und nicken. Ich kann ganz oft Menschen, die ich nicht persönlich kenne, anhand von Fotos einfach nicht wiedererkennen. Ich finde keine Ähnlichkeiten. Und das ist beruhigend. Denn genauso weiß ich dann: die da auf diesem Foto in meinen Kleidern und meiner Frisur, die bin nicht ich. Das ist nur die, so wie sie die Kamera sieht.
Ich bin gespannt, ob der Weg zur Wiedererkennung des eigenen Abbildes sich ähnelt mit dem, den ich zurückgelegt habe um meine aufgezeichnete durch Boxen selbst gehörte Stimme mir als meine anzueignen.
Ideenjongleur - 25. Jul, 13:29