Dienstag, 18. Oktober 2005

Wohnungsdrama - unerwünschte Zugaben

"Hast du wirklich ernsthaft geglaubt, dass das reibungslos klappt, dass du nur noch nen neuen Mietvertrag unterschreiben brauchst und gut ist?" fragte mich meine Schwester gestern, vor allem nachdem du mir das mit deiner Zufallsbekanntschaft erzählt hast?" . Und ich fragte mich - wann lege ich endlich mal meine Naivität ab an das Gute im Menschen zu glauben?

Gestern sagte er mir also, dass er angeblich mit dem Eigentümer, präziser mit der Mutter desselben, der gerade mit Ende 30 seine Diplomarbeit schriebe und deshalb nicht gestört werden dürfe - nochmal gesprochen hätte und ich bekäme die Wohnung nicht.

Völlig undurchschaubar seine Antworten auf meine klaren Fragen nach dem Warum.
In völligen Widersprüchen verfangen. Er LÜGT. Und ich finde es beschissen ihn dabei zu ertappen. Und natürlich findet er das noch beschissener ausgerechnet von mir darauf hingewiesen zu werden. Ich frage nochmal nach, versuche aus meinem Repertoire an Gesprächsmethoden zu schöpfen, ganz ruhig zu bleiben. Dann meint er, es sei angeblich wegen meinem "unverschämten" Brief, den ich ihr geschrieben habe. Dabei habe ich mit IHR noch gar nichts zu tun gehabt. Dem Eigentümer hatte ich nach mehrfachem 4 Monate andauerndem Mailwechsel allerdings darauf hingewiesen, wo er es abstreitete, dass es seine gesetzliche Verpflichtung sei mir eine Vermieterbescheinigung auszustellen. Alles ganz höflich. Nun bin ich die letzte, die solcherlei Animositäten nicht gerne klären würde - oder dazulernen wie ich solche Briefe NOCH freundlicher formulieren kann.

Aber: Ich dürfe aber keinesfalls mit dem Vermieter telefonieren. Wie ich sowas hasse. Mich nicht erklären zu DÜRFEN, nur weil die da im Hintergrund irgendetwas mauscheln.
Ja, ich WEISS ja, dass er von uns Untermietern mehr verlangt als die Zimmer de facto kosten. Der Preis war für mich ok, das sagte ich ja auch; dem habe ich zugestimmt. Es ist ok, wenn er daraus einen Nutzen für sich zieht. Aber wenn er das offenbar (und noch anderes?) vor dem Eigentümer verbirgt und es dann mir SO darstellt (so meine Vermutung) ist das eine ganz linke Masche.

Er wäre ein phantastisches Studienobjekt, ein Prototyp eines "schwierigen Gesprächspartners", eines psychischen Verstrickers - leider in mich. Wie freue ich mich schon auf meine NLP Ausbildung. Und wie hoffe ich doch solcherlei Menschen zukünftig nicht mehr begegnen zu müssen und wenn damit besser zurecht zu kommen.

Wie gesagt: wäre er ein Freund, würde er mir leid tun. So bin ich leider die sprichwörtliche Fliege, die ihn an der Wand ärgert. Wie konnte ich so blöd sein, zu glauben, jemand setzt sich für einen ein, den er absolut nicht leiden mag? Weil ich nicht glauben will, dass man mich nicht leiden kann?

Nun: auf ein neues. Nur: WO sollte ich mir am besten diese neue Wohnung suchen?
Hier oder doch lieber in Köln?

Das letzte Wochenende in Köln war wieder mal SO genial. ... Dazu später mehr.

Wohnungsdrama - Catherines Synchronizitäten die 425. (oder so)

Nach dem wunderbaren Konzert von Meret Becker smalltalkend in der Kneipe mit meiner Begleitung, die ich erstmalig getroffen habe. Das Übliche des was machst du, wo wohnst du in fünf Sätzen, seine große Lebensänderung vor ein paar Jahren vom Handwerker zum Ajyourveda-Therapeut, meine schöne Wohnung dort und dort, das undurchschaubare Verhalten meines Mitbewohners, seine unberechenbaren Launen, und seine kalte Wut gegen Kleinigkeiten, "maskiert" sagte ich, "gedeckeltes Pita" wenn ich mich recht erinnere, er und dann fragte er unvermittelt:
"Sag mal, heißt der zufällig Stefan?"

Und ich schaue ihn an und wünsche mir erst ein Mauseloch, und denke - dass kann nur mir passieren! Womöglich sitze ich gerade einem Freund von ihm gegenüber! Nun habe ich nicht wirklich schlecht über ihn geredet, ich habe sogar gesagt: "wäre er ein Freund, würde er mir leid tun" aber doch ist es mir ziemlich peinlich - für den Moment. Doch dann höre ich nur noch Zustimmung heraus. Meine Wahrnehmung ist nicht so einzigartig wie ER es mir immer weißzumachen versucht. Es gibt da eine Menge Leute, die die gleichen massiven Schwierigkeiten mit Stefan haben. Wir tauschen Einzelheiten aus, über "Macht er immer noch sowas" und "Sagt er immer noch das?" und - lachen uns kaputt. Er und seine beste Freundin haben vor knapp zwei Jahren nach einer längeren merkwürdigen Freundschaft zu ihm jeglichen Kontakt abgebrochen. Und ich solle mir keine Sorgen um mich machen, ich sei vermutlich ganz in Ordnung. Und ich hätte ihn offenbar schon recht durchschaut. Es hätte jedenfalls noch solange er ihn kennt keine MitbewohnerIN es da länger als zwei Jahre ausgehalten.

Zum Schluß warnte er mich noch: Leider lügt Stefan. Verlasse dich nicht auf das, was er sagt.

Kopfschüttelnd und nicht wissend, ob ich lachen oder weinen soll gehe ich nach Hause.

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