Mittwoch, 23. November 2005

Versuch einer Zukunftsprognose

Hatte heute nach einer schwärmerischen Mailkorrespondenz und einem Nein-Kein-Date-sondern-einfach-spontanem-Teetrinken eine Vision.
Die schreib ich jetzt einfach mal auf und werde schauen inwieweit sie sich bewahrheiten wird. *lach

Also: da ist dieser Typ - Dietmar - (der, der mich unbedingt und ganz dringend wiedersehen will) - und der mir ziemlich viel privates Zeugs erzählt hat, was mich zwar einerseits ehrt, andererseits an meine Grenze stößt. Ich will bei einem ersten Treffen, egal was das mal werden soll - garantiert nicht wissen wieso und weshalb das Verhältnis zur Exfreundin immer noch im Argen liegt, welche Krankheit man kürzlich hatte weswegen man einen Urologen aufsuchen mußte und in epischer Breite, was einem an der letzten Therapiestunde Spaß gemacht hat, welche schwerwiegenden Probleme man in der Kindheit, mit Drogen oder netten Onkels und Tanten hatte und wieso man im Beruf als gescheitert sich begreift. Nein, er hat nicht von ALLEM jenem erwähnten erzählt, doch mehr als ich hören will bei so einem ersten Treffen.

Dennoch waren da durchaus gemeinsame Wellenlängen da. Wenngleich es mir schon mal ein bischen ungemütlich wird, wenn ich zu sehr angehimmelt werde. Denn: to be honest: So sehr mitten im Leben und so fest in dem was ich will, wie es manchmal und offenbar auf ihn wirkt, stehe ich gerade jetzt nicht da. Und: ich tauge nicht als Quasi-Therapeutin, so interessant und wichtig ich Menschen finde, die sich mit sich selbst beschäftigen und weiterkommen wollen mit sich.

Da sich vor meinen Augen nun ständig Menschen miteinander vernetzen, von denen ich zuvor nie geahnt habe, dass sie sich kennen - und oft finden diese Zufallsbegegnungen in meiner Küche statt - was immer sehr witzig ist und je mehr ich das glaube und je öfter ich das erzähle, umso häufiger scheint es diese Ereignisse anzuziehen. Da also dieser Koinzidenzmagnetismus nunmehr fast schon vorhersagbar sein muß, wage ich nun folgende Prognose. Eine Szene, die sich vor meinem inneren Auge SO deutlich abspielt, dass ich fast sicher bin, sie wird passieren. Und wenn nicht, dann schenk ich sie einem Drehbuchautoren. Mir fällt gerade ein, dass ich das öfter habe - ich werde hiermit dann mal eine Studie starten, ob diese und folgende Szenen meines Inneren Auges nur Ausbund meiner Phnatasie sind oder gar Hellsichtigkeiten. Und bitte, werte Leser, nehmt das nicht allzu ernst; nein, ich dreh nicht gerade ab in esoterische Höhen!

Ich sehe Dietmar und Mats in meiner Küche aufeinandertreffen, mit verblüfftem Gesichtsausdruck, einem leicht irritierten und ein bischen peinlichem "Dich kenne ich." und dem Wissen gleich gefragt zu werden - von mir - "Woher kennt ihr euch?". Und meine anderen Gäste schweigen kurz, weil es doch so witzig ist wie schon wieder hier in der Küche Menschen aufeinandertreffen, die - wie eben Mats Freundin Carola und Violetta, eine andere Bekannte von mir, die wiederum eine Geschichte - deren Details ich mir nur denken kann - mit dem gleichen Mann teilen. Violetta schaute mich an, präziser, sie schaute weg mit diesem Blick, der sagte, wenn du ja Carola kennst, dann weißt du ja auch die Geschichte. Carola schaute mich grinsend an mit diesem Blick, wenn du Violetta kennst, dann weißt du ja um die Geschichte. Und ich, ich kannte weder Violettas noch Carolas Fassung! Seltsames Gefühl als Geheimnisträgerin und zugleich ungewollt privat Verbündete angeschaut zu werden ohne einen Funken dessen worum es genau geht wirklich zu wissen!

Und nun Mats und Dietmar.
"Woher ... ?"
"Äm - " setzt Mats an, vergewissert sich mit einem Blick auf Dietmar, dieser nickt - und Mats fährt fort - "Von meiner äm - Therapiegruppe."

Diesmal ist es an mir merkwürdig berührt zu sein. Über den Zufall. Darüber, dass beide sich vermutlich sehr gut kennen. Und nicht zu wissen wie sehr sie sich eben sehr gut kennen wollen - über diese Gruppe hinaus; denn sonst hätte Mats ihn bestimmt schonmal namentlich erwähnt. Darüber wie sehr es immer noch tabu ist - zumindest in Nicht-Pädagogenkreisen - einfach mal so "meine Therapiegruppe" in den Raum zu werfen. Wie mutig ich das finde. Und wie belustigt ich darüber bin. Und wie ich schon wieder auf eine Neugierde stoße, die mir nicht ansteht befriedigt zu werden. Und deshalb lasse auch ich das so stehen und die Themen sich wieder entfernen zum Essen was gleich auf den Tisch kommt.

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