Überraschende Erkenntnisse des Tages
1. Entgegen meiner demokratischen Ader braucht es tatsächlich besonders bei einer Neugründung eines Unternehmens, vor allem wenn es zum überwiegenden Teil aus Künstlern besteht, eine Persönlichkeit mit Führungsqualitäten. Mit Mumm eine Linie zu verfolgen - oder sich für eine der vieldiskutierten Möglichkeiten zu entscheiden. Ich mag Demokratie. Sehr. Ich diskutiere ebenso gerne darüber was Möglichkeit A im Gegensatz zu Möglichkeit B bedeutet und für mögliche Folgen und Wirkungen haben könnte. Ich werde auch nicht gerne festgelegt. So zauberte die Aussage eines Kollegen, der nun insgesamt gerade mal drei Arbeiten von mir gesehen hatte und dann heute meinte "Ja, ich kenne ja nun deinen Stil" doch ein Runzeln auf meine Stirn. Und doch würde ich in anderer Hinsicht mal gerne festgelegt werden. Jemanden, der die Verantwortung übernimmt. Der sagt, was er - als Initiator - von seinem "Unternehmen" an Außenwirkung erwartet. CI ist Chefsache. Nun war er noch nie Chef und das einzufordern widerstrebt nicht nur mir, sondern vor allem seinem Grundgedanken einer demokratischen Entscheidungsfindung. Nur - wem hilft es 80% der Arbeit damit zu verbringen darüber zu diskutieren, /wie/ die Arbeit gemacht werden soll, anstatt sie zu tun. Und vor allem eines hülfe nun: sich zu entscheiden.
2. Überrascht erfreut feststellen, dass heute bei einer internen Präsentation, die mit dem besseren Zuhören, der besseren Kommunikation und dem besseren Draht zu den Kollegen mehr Punkte sammelte als die mit dem - bei der sehr knappen Mehrheit - beliebteren Entwurf. Erkennen: Standing ist wichtig. Sich in andere Hineinversetzen sowieso. Begeisterung vom Gegenüber nicht als Bedrohung auffassen, sondern als das was sie ist: Begeisterung. Argumente als Zielabsichtsverfolgung verstehen und nicht als Wertung - ebenso wichtig. Das konnte meine Kollegin - offenbar wesentlich mehr Künstlerin als ich - leider gar nicht. Die Begeisterung unseres gemeinsamen Gegenübers traf sie so, dass sie weglief. Ganz plötzlich und unerwartet zuvor eine stumme Szene hinlegte. Ich erkannte mich - in der fünften Klasse. Es hatte etwas rührend-kindliches. Mitgefühl hatte ich mit ihr. Und doch - es ist etwas was der Auslösende und sie zu klären haben, nicht ich. Und noch mehr - ich nahm meine Stärke war, meine Ruhe, meine Kommunikationsfähigkeit.
3. Ich bin Designerin, keine Künstlerin. Am wenigsten für /mich/ überraschende Erkenntnis, aber für meine Kollegen. (Und ich wette unter lauter Künstlern werde ich das auch noch einige Male ex- und implizit thematisieren müssen.)
4. Mein vermeintlich schwieriger Kunde ist schlicht ebenso verpeilt und chaotisch wie ich manchmal. Das ist mir ja im Prinzip nicht unsympathisch. Gern im Freundes- oder Bekanntenkreis. Nur: geschäftlich kann das ganz schön anstrengend sein. Andererseits: Wir hatten ja nicht nur ausschließlich derlei nervige Unentschlossenheiten, auch nette Gespräche. Wir teilen viele Interessen und wenn das nicht so wäre hätte ich ihm auch nicht mal dies mal das und dann auch noch jenes erzählt und gezeigt was weit über den Auftrag hinausgeht. Ja, ein sehr sympathischer Typ. Wenn unsere Gespräche nicht bis auf wenige Ausnahmen von einem Hauch von flirtenden Unterton beschwingt gewesen wären, hätte ich die Zeit mit ihm sehr viel strikter begrenzt. Und heute bietet er mir von sich aus zusätzliches Geld an. Legt es mir bar auf den Tisch. Unangekündigt. Ungebeten. Komisches Gefühl, das.
2. Überrascht erfreut feststellen, dass heute bei einer internen Präsentation, die mit dem besseren Zuhören, der besseren Kommunikation und dem besseren Draht zu den Kollegen mehr Punkte sammelte als die mit dem - bei der sehr knappen Mehrheit - beliebteren Entwurf. Erkennen: Standing ist wichtig. Sich in andere Hineinversetzen sowieso. Begeisterung vom Gegenüber nicht als Bedrohung auffassen, sondern als das was sie ist: Begeisterung. Argumente als Zielabsichtsverfolgung verstehen und nicht als Wertung - ebenso wichtig. Das konnte meine Kollegin - offenbar wesentlich mehr Künstlerin als ich - leider gar nicht. Die Begeisterung unseres gemeinsamen Gegenübers traf sie so, dass sie weglief. Ganz plötzlich und unerwartet zuvor eine stumme Szene hinlegte. Ich erkannte mich - in der fünften Klasse. Es hatte etwas rührend-kindliches. Mitgefühl hatte ich mit ihr. Und doch - es ist etwas was der Auslösende und sie zu klären haben, nicht ich. Und noch mehr - ich nahm meine Stärke war, meine Ruhe, meine Kommunikationsfähigkeit.
3. Ich bin Designerin, keine Künstlerin. Am wenigsten für /mich/ überraschende Erkenntnis, aber für meine Kollegen. (Und ich wette unter lauter Künstlern werde ich das auch noch einige Male ex- und implizit thematisieren müssen.)
4. Mein vermeintlich schwieriger Kunde ist schlicht ebenso verpeilt und chaotisch wie ich manchmal. Das ist mir ja im Prinzip nicht unsympathisch. Gern im Freundes- oder Bekanntenkreis. Nur: geschäftlich kann das ganz schön anstrengend sein. Andererseits: Wir hatten ja nicht nur ausschließlich derlei nervige Unentschlossenheiten, auch nette Gespräche. Wir teilen viele Interessen und wenn das nicht so wäre hätte ich ihm auch nicht mal dies mal das und dann auch noch jenes erzählt und gezeigt was weit über den Auftrag hinausgeht. Ja, ein sehr sympathischer Typ. Wenn unsere Gespräche nicht bis auf wenige Ausnahmen von einem Hauch von flirtenden Unterton beschwingt gewesen wären, hätte ich die Zeit mit ihm sehr viel strikter begrenzt. Und heute bietet er mir von sich aus zusätzliches Geld an. Legt es mir bar auf den Tisch. Unangekündigt. Ungebeten. Komisches Gefühl, das.
Ideenjongleur - 16. Nov, 21:47



