Sonntag, 20. Mai 2007

jede Medaille hat drei Seiten

... und schon viel zu lange ... viel zu lange - schreibe ich hier fast nur noch belangloses Zeug, benutze den Blog als Notizbuch, mißbrauche ihn statt als persönlichem als Lagerstätte ausgelagerter Beobachtungen, die immer weniger als mehr mit mir zu tun haben. Zuweilen gefällt es mir wieder die Oberfläche zu erreichen, dann ist es aber als ob da was fehlt.

"Ich muß dir ein Kompliment machen" sagte letzte Woche ein Freund zu mir, in einer Kneipe sitzend.
"Wieso?" fragte ich neugierig.
"Wegen deines Blogs" sagte er und es war dämmrig genug, dass man vielleicht nicht sehen konnte, dass ich rot wurde, zumindest ein bischen. So ist das halt, wenn man bloggt, solcherlei Gespräche kommen vor.
Es ist, als ob bei einer von zahllosen gemeisterten Aufführungen unangekündigt zuviele flüchtige Bekannte im Publikum sitzen und du stehst auf der Bühne und hast plötzlich Angst all das persönliche in deine Rolle zu legen durch die jene erst zum Leben erweckt. Du riskierst DICH zu zeigen, wo du doch DIE ANDERE spielen sollst.

Like him - as well a master of insisting that he is not The Other One, closing himself up exactly by that.
(I'd rather would reply a not-so-nice answer to your sms today, but I shut myself down - ich will nicht "lieb" sein, verdammt, es ist - es ist ...

Cut to the pub-scene above:
Es macht mir in seinem Fall nichts aus, weiß er doch ohnehin das meiste aus erster Hand und noch vieles mehr über das ich nicht schreibe hier, weil ich eben weiß wer noch alles mitliest, egal wie sporadisch. Am Anfang meines Bloggens habe ich die url Freunden geschenkt, auf einen langen schmalen Zettel geschrieben in ein Überrschungsei gepackt, mit der Bitte sie nicht weiterzugeben.

Und doch, zunehmend kann ich es nicht ignorieren, dass es DOCH etwas verändert, eben nur Bekannte als Leser zu haben. Den Trick mich als Kunstfigur zu erschaffen habe ich verpasst. Die Courage weiterhin ein TAGEBUCH zu führen habe ich verloren. Eine neue Form habe ich noch nicht gefunden. ich tue viel zu vieles aus Gewohnheit, stupider Gewohnheit. Ein Jahr ist schon wieder vorbei. Mein Leben rauscht immer schneller an mir vorbei. Ich bilde mir ein ich könnte noch alles tun. das ist ganz großer Quatsch. Abteilung Selbstbetrug.

Und schon viel zu lange tue ich mir schwer IRGENDWAS zu ändern.
Die alten Fahrwege sind so verdammt tückisch.
Der Zug ist abgefahren.

Ist es das? Habe ich deshalb seit drei Wochen diesen hämmernden vorbeifahrenden Zug-Tinnitus, stündlich fast. Will ich euch einfach nicht mehr hören und bin deshalb fast taub auf dem linken Ohr und halb auf dem rechten? Dem mit nun schon zwei verschiedenen Medikamenten nicht beizukommen ist?

Sag mir doch bitte mal jemand was ich TUN kann!

Und du, du lobst mich dafür, dass ich hier so heiter klinge. Du bewunderst meine scharfsinnigen Beobachtungen., meine Aufmerksamkeit und Sensibilität für Kleinigkeiten, meine Sprache - die mir je mehr ich mich vergleiche umso ärmlicher vorkommt, ein ganz normaler Vorgang.

Für einen Moment freut es mich. Für den Abend.
Später fehlt mir etwas.
Es ist bloß ein Teil. es ist immer bloß ein Teil von mir. Dem immer genau das Fehlende fehlt.
Ich bin nicht nur die zwei Seiten einer Medaille.
Ich bin Viele.
And it's amazing how I feel that YOU (and YOU, YOU both) could or even see me already as a whole.

In die Fußstapfen von Kresniks "Die letzten Tage der Menschheit" treten

Was Johann Kresnik mit "Die letzten Tage der Menschheit" im Bunker Valentin bereits vor Jahren aufs eindrücklichste gelungen ist, da kündigt Gregor Seyffert offenbar vergleichbares an:

Marquis de Sade in der Kraftwerkruine Vockerode.

Sollte ich das Stück nicht sehen können - ich wüßte jedenfalls schon wen in der Nähe den ich besuchen und begeistern könnte dazu - so will ich unbedingt dortselbigst fotografieren!

Insbesondere in der Galerie sei auf das wunderbar-seltsame Foto der Schaltzentrale hingewiesen.

Bei der Gelegenheit - Ferropolis ist da auch nicht weit ...

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Also ich finde ...

 

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