The intension of blogging
In einem Zeit Artikel über Sophie Calle wird geschrieben, was auch fürs Bloggen vieler, einschliesslich meinereiner sicherlich Geltung hat und GROSS geschrieben werden kann:
"*Zuletzt ist sie zwei Jahre mit der Abschieds-E-Mail ihres letzten Freundes umhergereist und hat sie über hundert Frauen verschiedenster Professionen zur Interpretation vorgelegt. Die Mail endet mit "Prenez soin de vous". Passen Sie auf sich auf. Eine altväterliche, überhebliche Floskel. Überdies in der zweiten Person Plural, in der vornehme französische Ehepaare miteinander sprechen.
"Ich mochte den Satz nicht", sagt Sophie Calle knapp. Prenez soin de vous heißt auch das Kunstwerk, es ist eines der eindrucksvollsten ihrer Karriere geworden: Auf Dutzenden Monitoren singen Sängerinnen den Brief, Psychologinnen analysieren, Korrektorinnen korrigieren ihn – ein vielstimmiges Klagelied.
Sophie Calle legt Wert darauf, klarzustellen, dass man nicht durch ihre Seele spazierte, als man zwischen den Lesetischen der Bibliothèque Nationale in Paris umherlief, in der das Kunstwerk gerade ausgestellt war. Der Abschiedsbrief sei zwar authentisch, wie alles Autobiografische in ihrer Kunst stimme. Doch sei es eben nur ein Ausschnitt ihres Lebens und deshalb fiktiv. "Nur drei Männer kommen in meinen Werken vor. Ich hatte natürlich viel mehr – in meinem Alter", sagt sie. Kunst als kontrolliertes Preisgeben, nicht zu verwechseln mit Offenheit."
Barbara Nolte, Die Zeit online 19.06.2008
"*Zuletzt ist sie zwei Jahre mit der Abschieds-E-Mail ihres letzten Freundes umhergereist und hat sie über hundert Frauen verschiedenster Professionen zur Interpretation vorgelegt. Die Mail endet mit "Prenez soin de vous". Passen Sie auf sich auf. Eine altväterliche, überhebliche Floskel. Überdies in der zweiten Person Plural, in der vornehme französische Ehepaare miteinander sprechen.
"Ich mochte den Satz nicht", sagt Sophie Calle knapp. Prenez soin de vous heißt auch das Kunstwerk, es ist eines der eindrucksvollsten ihrer Karriere geworden: Auf Dutzenden Monitoren singen Sängerinnen den Brief, Psychologinnen analysieren, Korrektorinnen korrigieren ihn – ein vielstimmiges Klagelied.
Sophie Calle legt Wert darauf, klarzustellen, dass man nicht durch ihre Seele spazierte, als man zwischen den Lesetischen der Bibliothèque Nationale in Paris umherlief, in der das Kunstwerk gerade ausgestellt war. Der Abschiedsbrief sei zwar authentisch, wie alles Autobiografische in ihrer Kunst stimme. Doch sei es eben nur ein Ausschnitt ihres Lebens und deshalb fiktiv. "Nur drei Männer kommen in meinen Werken vor. Ich hatte natürlich viel mehr – in meinem Alter", sagt sie. Kunst als kontrolliertes Preisgeben, nicht zu verwechseln mit Offenheit."
Barbara Nolte, Die Zeit online 19.06.2008
Ideenjongleur - 31. Jul, 00:31

