Back to my hometown

Wo du mir noch gestern beim Ankommen geholfen hast - es ist schön Konstanten zu haben, und das ist merkwürdig, wo ich dich nicht etwa hier in Köln kennenlernte sondern schon in Dortmund - so habe ich dann die Nacht in einer nahezu leeren Wohnung verbracht für die ich keinen Untermieter finde. Meine Wohnung, die immer noch so unglaublich MEINE ist, daß ich dieses Zuhause einfach nicht aufgeben mag. Dass ich am liebsten dort bald mit irgendwem da einziehen mag,. Daß ich den wohl offenbar noch nicht kenne oder erkenne. Daß meine Gedanken zu meinen Finanzen wandern. Daß es eine Katastrophe ist, wenn ich doppelt Miete zahlen muß.

Wer möchte ab sofort 3-5 Monate in meine innigst geliebte Altbauwohnung mit hohen Decken und amelie'scher Küche einziehen? Die mit der Wohnküche, die schon so viele Gespräche gehört hat, daß sie die Farbe rot zuweilen verdient. Die, der das melancholische Grau auch ab und an steht. Die Wohnung mit dem winzigen Bad und der noch winzigeren badewanne, die für eine wie mich genau richtig ist um nicht darin zu ertrinken und dem weißen Porzellanbord gegenüber dem Spülbecken auf dem ein silbern gerahmter schlichter Spiegel gelehnt ist. Und dem Spülbecken in Kindergröße über dem in Spiegelschrift der Satz "Du sollst dir kein Bild machen" geschrieben steht. Die Abstellfläche in dem schmalen lur, die man nur mit einer siebenstufigen Leiter erreicht und den zwei übereinandermontierten ONKEL-Regalen, leer jetzt.

Sollte sich niemand finden wird mein Finanzproblem unermeßlich und alles Freunde werden sagen: ich habe es dir doch gesagt. Ich habe es dir doch gesagt. Und es wird mir nicht helfen.

Und daß ich einfach nicht anders kann als Geldausgeben, kaufen und viel zu schwere Tüten mit nach Hause schleppen. NACH HAUSE. Wish you were here. You might be one and all. One in the future and all the yous of the past.

Spontan läuft mir ein Bekannter über den Weg, einer, der noch gar nicht mitgekriegt hat, daß ich nicht mehr hier wohne seit vier Monaten. Ich mag den ZUfallsaspekt angesmst zu werden von einer anderen ebenso flüchtigen Bekannten, die mir just für dieses Wochenende eine Stunksitzungskarte verkaufen möchte. dabei habe ich sie zuletzt gesehen bei einem Internet-date, was ich hatte, wo sie dann mit meinem Date abgeschwirrt ist auf eine kindische-unfeine Tour.

Ina, du gehörst zu Köln und bist genauso weit weg wie alle anderen, die ich hier näher mochte. Niemandsland und doch meine Stadt.

Gleich treffe ich B., der ein halbes Stündchen Zeit hat. Ich freue mich - auch wenn er eine merkürdige Mischung aus Vergangenheitserwartung und -bedauern wiedererweckt.

Es ist einer dieser Momente hier im Internetcafe, wo das Gefühl alleine auf dieser Welt zu sein sich neben einen setzt und ganz stil eine Zigarette auspackt, sie anzündet und in die Runde grinst. Und das, wo man sich doch gerade der gepflegten Melancholie hingeben wollte. Der Grande dame mit den altmodischen Klamotten, wo man im Grunde aber doch lieber FlipFlops tragen würde, wenn man doch nur schönere Füße hätte.

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