Das Destillat des Gutmärchens
Der kleine Prinz ist eine romantische Parabel, gespickt mit Philosophie und einer Prise Ethik, die schlecht zu rezensieren nur misanthropischen Zuschauern erlaubt zu sein scheint.
Nun, nennen wir es vielleicht meinen misanthropischen Tag, präziser: misantrophischen Abend, denn der Rest davor war vor allem wegen meines Heimatgefühls und einer Gewissheit auch ältere Gesprächsfäden wieder aufheben zu können, ganz so als seien zwischen den Begegnungen keine zwei Jahre sondern höchstens zwei Monate vergangen, sehr erbaulich.
Seit der täglichen Verfügbarkeit also von erhöhter Dosis von Flachmoral scheint eine kollektive Sehnsucht nach romantisierender Moral zu grassieren. Wenn diese dann auch noch klassisch verpackt ist, wohnt man ihr gerne bei. Trägt schwelgend Erinnerungen an Anti-AKW-bewegten Zeiten vor sich her und die Pärchen im Publikum herzen sich in Strickpulli und offensichtlicher Remineszenz an die Pfadfinder-Gruppe, der sie dereinst angehörten. Tee wird zwar selten gereicht, man bleibt beim Kölsch, ansonsten wenig Überrschungen. Wer wollte das auch übelnehmen, die literarische Vorlage von Antoine de Saint Exupéry rangiert beim zahlenden Publikum vermutlich gleich hinter der Bibel.
Großartig sind die Schauspieler, die wirklich nichts dafür können in der leider sehr holprig daherkommenden Bühnenfassung ohne jegliche Spannung daherkommen zu müssen. Nun mag die Vorlage auch meilenweit von einem Thriller entfernt sein, so folgt sie allemale einer Heldenreisen-Dramaturgie. In dieser Inszenierung leider eher eine Perlenkette. Eine Reihung von Szenen in gestelzter, deutlich verschrifteter Sprache, die nur die wirklich großartigen Schauspieler (Bruno Ganz, Armin Rhode und einige andere bekannte Größen) in Leinwandeinspielungen bewältigen. Überhaupt: die Einspielungen, in denen die Planetenbewohner, die in der Wüste des Kleinen Prinzen vorbeiziehen mit dem Gestrandeten interagieren sind getimt, dass es eine Freude ist. Obendrein konsequent und liebevoll ausgestattet. In diesen Szenen, die mit der medialen Distanz die Künstlichkeit der Sprache betonen, gelingt eine echte Brücke vom Text zur Inszenierung. Der Zuschauer findet Authentizität in der märchenhaften Künstlichkeit und erlebt stimmige Szenen. Im übrigen kongenial unterstützt von teils eingespielter, teils Live-Musik. Die echte Interaktion mit dem Piloten hingegen bleibt trotz seiner physischen Anwesenheit beziehungslos und blutleer, ohne sicht- und spürbare Entwicklung. Das Spiel wiederum mit den Figuren ist ebenso lebendig wie faszinierend und der Kunstfertigkeit der Puppenspielerinnen zu verdanken. Wenn auch der Fuchs eher aussieht wie eine Kreuzung eines Promenademischlings mit einem alternden Löwen, so gewinnt das Stück an Qualität durch schlängelnde Schlangenbewegungen und den immer wieder hervorblitzenden Witz auch der Geier, die in eigenen Zungen reden. Die resolute Frechheit in der Anlage der Figur des Kleinen Prinzen weicht die zuckerwattige Süße und Weichheit der Vorlage etwas auf. Leider nicht konsequent genug.
Insgesamt: zu romantisch, möchte man heute sagen.
Ich liebe Süßkram, ohne Frage. Doch muß da immer noch ein Schlag Sahne mit oben drauf?
Nun, nennen wir es vielleicht meinen misanthropischen Tag, präziser: misantrophischen Abend, denn der Rest davor war vor allem wegen meines Heimatgefühls und einer Gewissheit auch ältere Gesprächsfäden wieder aufheben zu können, ganz so als seien zwischen den Begegnungen keine zwei Jahre sondern höchstens zwei Monate vergangen, sehr erbaulich.
Seit der täglichen Verfügbarkeit also von erhöhter Dosis von Flachmoral scheint eine kollektive Sehnsucht nach romantisierender Moral zu grassieren. Wenn diese dann auch noch klassisch verpackt ist, wohnt man ihr gerne bei. Trägt schwelgend Erinnerungen an Anti-AKW-bewegten Zeiten vor sich her und die Pärchen im Publikum herzen sich in Strickpulli und offensichtlicher Remineszenz an die Pfadfinder-Gruppe, der sie dereinst angehörten. Tee wird zwar selten gereicht, man bleibt beim Kölsch, ansonsten wenig Überrschungen. Wer wollte das auch übelnehmen, die literarische Vorlage von Antoine de Saint Exupéry rangiert beim zahlenden Publikum vermutlich gleich hinter der Bibel.
Großartig sind die Schauspieler, die wirklich nichts dafür können in der leider sehr holprig daherkommenden Bühnenfassung ohne jegliche Spannung daherkommen zu müssen. Nun mag die Vorlage auch meilenweit von einem Thriller entfernt sein, so folgt sie allemale einer Heldenreisen-Dramaturgie. In dieser Inszenierung leider eher eine Perlenkette. Eine Reihung von Szenen in gestelzter, deutlich verschrifteter Sprache, die nur die wirklich großartigen Schauspieler (Bruno Ganz, Armin Rhode und einige andere bekannte Größen) in Leinwandeinspielungen bewältigen. Überhaupt: die Einspielungen, in denen die Planetenbewohner, die in der Wüste des Kleinen Prinzen vorbeiziehen mit dem Gestrandeten interagieren sind getimt, dass es eine Freude ist. Obendrein konsequent und liebevoll ausgestattet. In diesen Szenen, die mit der medialen Distanz die Künstlichkeit der Sprache betonen, gelingt eine echte Brücke vom Text zur Inszenierung. Der Zuschauer findet Authentizität in der märchenhaften Künstlichkeit und erlebt stimmige Szenen. Im übrigen kongenial unterstützt von teils eingespielter, teils Live-Musik. Die echte Interaktion mit dem Piloten hingegen bleibt trotz seiner physischen Anwesenheit beziehungslos und blutleer, ohne sicht- und spürbare Entwicklung. Das Spiel wiederum mit den Figuren ist ebenso lebendig wie faszinierend und der Kunstfertigkeit der Puppenspielerinnen zu verdanken. Wenn auch der Fuchs eher aussieht wie eine Kreuzung eines Promenademischlings mit einem alternden Löwen, so gewinnt das Stück an Qualität durch schlängelnde Schlangenbewegungen und den immer wieder hervorblitzenden Witz auch der Geier, die in eigenen Zungen reden. Die resolute Frechheit in der Anlage der Figur des Kleinen Prinzen weicht die zuckerwattige Süße und Weichheit der Vorlage etwas auf. Leider nicht konsequent genug.
Insgesamt: zu romantisch, möchte man heute sagen.
Ich liebe Süßkram, ohne Frage. Doch muß da immer noch ein Schlag Sahne mit oben drauf?
Ideenjongleur - 27. Sep, 00:34

