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Auf Wiedersehen

Aller äußeren Frustrationen zum Trotz, ich hab gerne mit euch gearbeitet. Auch wenn deine nordische Kühle nochmal ein paar Grade runtergeschraubt wurde durch die Kleine der Welt und vermutete Liebesverwicklungen, ich würde mich freuen später, wenn Gras über die Sache gewachsen ist mit dir einmal darüber reden zu können. Du hast nie gesagt, daß dir meine Arbeit gefällt; das ist mir schon beim Vorstellungsgespräch merkwürdig aufgefallen. Ganz so als müßtest du jedwede persönliche Regung verbergen. Du schautest genau hin, hörst genau zu und das von dir ausgesuchte Abschiedsgeschenkt zeugt von echtem Zuhören. Danke dafür! Und doch hatte ich ein bischen das Gefühl, ich hab in der letzten Zeit einfach ZU viele Fehler gemacht, die du ausbaden mußtest. War zu passiv. Wie kann ich auch aktiv sein, wenn da keine Anknüpfungspunkte sind? Es ist so spannend zu beobachten wie Privates in Geschäft hineinragt. Wenn dann aber handeln angezeigt wäre, weiß ich nie was zu tun, zu sagen sei.

Meistens stimmen mich Abschiede traurig oder sentimental. Hier gehe ich mit einem Aufatmer; ich darf nocheinmal an IHN erinnern. In jenem UMFELD zu arbeiten ist grandios und sicherlich, auch wenn es nur befristet war etwas worauf ich stolz sein kann. Wäre nun der Verdienst proportional zum Ruf der Institution hätte ich keine solchen Finanzprobleme...

Es kamen einige auch entferntere Kolleginnen zum Auf Wiedersehn-Sagen in unser Büro am. Eine Aushilfe kam sogar extra vorbei obwohl sie donnerstags nie da ist, das hat mich besonders gefreut. Ich erwartete nichts, gar nichts und wurde doch noch zum Essen eingeladen; wenn auch die Gästeauswahl mir eher wie die Clique von ihr erschien denn derer, mit denen ich mehr zu tun hatte. Ichhatte aber auch einfach keine Lust etwas zu organisieren, wußte nicht was in so einer Situation üblich ist. Später kamen noch die Herren von der EDV vorbei, mit denen ich oft herumgeflachst hatte und die seit kurzem ein Büro uns gegenüber bezogen hatten. Einer, ein typischer sehr sehr stiller Informatiker vermutlich und Schnäutzer zur Jeans-Träger, der schnell rot wird und eigentlich nie mehr als Smalltalk betreibt sagte plötzlich: "Ich werde Ihr Lachen vermissen." und da, in diesem Moment wurde mir bewußt, daß mir all das auch ganz schön fehlen wird. Dieser Satz von einem ansonsten so schüchternen Menschen war ein echter Sonnenstrahl, Wärme. Mit drei Blumensträußen beladen verließ ich das Haus und hatte das ganz sichere Gefühl, daß das nicht das letzte Mal ist. Sehr seltsam.

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