Vom Lügen und Betrügen. Oder: Die Uraufführung findet ohne mich statt.

Von seiner Raffinesse hätte auch ich gerne ein Stück. Von seiner dadaistischen Charmanz zuweilen auch. Von seiner Phantasie Geldverschwendungen zu begründen und sich so auszudrücken, dass es für jeden, der zuhört so frei interpretierbar ist und der einen Partei ein Hü der anderen ein Hott sein kann habe ich anscheinend zu wenig.

Künstler müßte man sein. Dann dürfte man all die Lügen, die man anderen auftischt sogar selber glauben. Muss sie vielleicht sogar um ruhig schlafen zu können. (Und aus selbstschützerischen Gründen gibt es zu jenem aktuellen Sachverhalt noch nicht einmal einen versteckten Link.)

Welcome back to Arbeitslosenstatistik. Immerhin eine erfreuliche Zeit in meiner Lieblingsstadt.

Aber heutzutage braucht man selbst noch nicht mal Künstler zu sein, um sich korrupt zu verhalten: Letzte Woche bereits hat sich der Geschäftsführer von Anubis selber angezeigt. Deren Marke typhoon dürfte allgemein bekannt sein.

Warum ich das erwähnenswert finde?
Vor ein paar Monaten saß ich - sogar zweimal - eben jenem gegenüber, man erwog eine neue Stelle zu schaffen, irgendwo zwischen "PR und so". Nun bin ich zwar nicht "so geschockt" wie sein Mitgesellschafter , läßt es mich doch erleichtert zurück - wer will schon einen PR-Job bei einer Firma, die noch in der eigenen Probezeit in eine derartige Situation gerät? - dafür aber auch schwer nachdenklich.

Deren Wunsch nach drei (!) "kleinen Arbeitsproben" konterte ich mit Durchführung der einen die den namen "klein" tatsächlich verdient hat und einem schriftlichen Angebot. Natürlich bin ich bereit ein Navigationsgerät zu testen, eine Usability-Analyse durchzuführen und aufbauend auf derselben mal "so ein paar Icons" zu entwerfen, anhand von so ein paar Beispielseiten die Benutzeroberfläche des Navigationsgerätes mal neu zu entwerfen - aber alleine die Vorrecherche zu dieser Aufgabe sprengt meiner Ansicht nach bei weitem eine "Arbeitsprobe".
"Unverschämtheit" nannte das damals ein Freund. Dem ich damit eine wunderbare Idee für einen Artikel lieferte: Die Praxis gewisser Firmen sich durch als "Arbeitsprobe" getarnte Ideensammlungen Vorteile zu verschaffen.
Muß ich da noch erwähnen, dass diese Firma weder Fahrtkosten erstattet hat, selbst bei der zweiten Einladung nicht, noch meine umfangreiche Bewerbungsmappe je zurückgeschickt hat?

"Sie sind vermutlich SEHR gut" sagte mein Seit-gestern-Ex-Chef zu mir, "aber Sie passen nicht zu uns."

Richtig.
Ich bin weder devot noch korrupt raffiniert genug für diesen Job.

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Also ich finde ...

 

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