Beiträge zur deutschen Sprache oder why I really like the english language
Ich versuche mich gerade darin jemandem zu erklären, was schauspielen bedeutet - und was es für mich bedeutet. Und was es für viele Berufsschauspieler bedeutet. Also sofern ich das als Nicht-Berufsschauspielerin mir überhaupt anmassen kann - und natürlich gibt es da die verschiedensten Gründe. Aber ausnahmslos alle die ich bisher kennengelernt habe - und vor allem auch die Lehrer - verstehen es - im Gegensatz zum Durchschnittsbürger - als eine Arbeit bei der die Ehrlichkeit im Vordergrund steht.
Ein Paradox, welches der nichtschauspielende Durchschnittsbürger zunächst befremdend findet. Weil - was tut ein Schauspieler? Richtig: er schauspielert. Oder im günstigsten Fall spielt er - mit Rollen. Spielen ist in der deutschen Gesellschaft ohnehin im beruflichen Kontext suspekt bis verboten - Spaß an der Arbeit verdient es nicht bezahlt zu werden - aber das ist ein anderes Thema. Es ist in jedem Fall So-Tun-Als-Ob, schöner Schein, Falschheit, etwas was man nicht ist, jemandem etwas vormachen usw.
Jetzt begebe ich mich also auf die Suche - ich ver-suche mich in einer Erklärung - und stelle fest, dass - wäre ich ein Nicht-Muttersprachler - ich mich sehr viel direkter fragen müsste wo im Ver-Such der Irrtum steckt (Vorsilbe "Ver-"!), woran ich als Deutsche gar nicht mehr denke. Und komme drauf, dass all das Erklären im Englischen nahezu wegfällt.
Denn - "to act" - ist ein ganz normaler Vorgang. Ohne jegliche Nebenkonnotationen des Unehrlichen oder unverschämt Naiven. Um dann einerseits überraschend andererseits ganz logisch wieder doch auf das Spiel zurückzukommen - "a play" - was nebenbei nicht unbedingt was mit einem "game" zu tun hat. Wobei "to enact a play" - ein Stück aufführen bedeutet und - besonders schön den Bogen schlagend - "to play-act" - sich verstellen (!). Gerade letzteres ist es weshalb ich zuweilen die englische Sprache um einiges präziser finde als das vermeintlich klare Deutsche.
I really miss talking to you.
Ein Paradox, welches der nichtschauspielende Durchschnittsbürger zunächst befremdend findet. Weil - was tut ein Schauspieler? Richtig: er schauspielert. Oder im günstigsten Fall spielt er - mit Rollen. Spielen ist in der deutschen Gesellschaft ohnehin im beruflichen Kontext suspekt bis verboten - Spaß an der Arbeit verdient es nicht bezahlt zu werden - aber das ist ein anderes Thema. Es ist in jedem Fall So-Tun-Als-Ob, schöner Schein, Falschheit, etwas was man nicht ist, jemandem etwas vormachen usw.
Jetzt begebe ich mich also auf die Suche - ich ver-suche mich in einer Erklärung - und stelle fest, dass - wäre ich ein Nicht-Muttersprachler - ich mich sehr viel direkter fragen müsste wo im Ver-Such der Irrtum steckt (Vorsilbe "Ver-"!), woran ich als Deutsche gar nicht mehr denke. Und komme drauf, dass all das Erklären im Englischen nahezu wegfällt.
Denn - "to act" - ist ein ganz normaler Vorgang. Ohne jegliche Nebenkonnotationen des Unehrlichen oder unverschämt Naiven. Um dann einerseits überraschend andererseits ganz logisch wieder doch auf das Spiel zurückzukommen - "a play" - was nebenbei nicht unbedingt was mit einem "game" zu tun hat. Wobei "to enact a play" - ein Stück aufführen bedeutet und - besonders schön den Bogen schlagend - "to play-act" - sich verstellen (!). Gerade letzteres ist es weshalb ich zuweilen die englische Sprache um einiges präziser finde als das vermeintlich klare Deutsche.
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Ideenjongleur - 19. Aug, 10:41

