Unterwegs sein
mag ja erbaulich, inspirierend und erkenntnisgewinnend sein. Derzeit stinkt mir das sprichwörtliche ganz gewaltig. Ein Kunde will bebauchpinselt werden durch meine Anwesenheit. Es ist nicht so, dass ich etwa 95% der Sache vom Homeoffice aus erledigen könnte. Und 70 % tue ich das auch, aber die Differenz kostet mich derzeit mehr als es mir was bringt und das ist gelinde gesagt Mist. Als ich den Auftrag begann wohnte ich noch vor Ort, inzwischen 360 km entfernt. Mein Honorar war natürlich "vor Ort" kalkuliert und unter diesen Ursprungsumständen war das für mich okay. Da es aber eine recht easy going Arbeit ist und es ein sehr umgänglicher Kunde ist und ein Auftrag der noch ne Weile laufen kann, kann ich schlecht so nach 2/3 desselben sagen: "Ätsch, ich wohn jetzt woanders, sucht euch wen anders." Und doch - wenn ich jetzt zu ihm hingehe und ihm mal vorrechne was ich für Kosten habe, welche Wahl gibt es dann aus deren Sicht? Richtig: Entweder ordentlich was drauflegen für mich oder sich vor Ort jemand anderen suchen. So speziell sind meine Kenntnisse leider nun auch wieder nicht.
Noch mehr als miese Alternativen hasse ich aber gerade keinerlei Sozialleben mehr zu haben. In den letzten 8 Monaten war ich ein einziges Mal (!!!) tanzen. Wochenends bin ich meistens so fertig, dass ich nur noch vorm Fernseher abhänge. Mit Freunden korrespondiere ich nur per Mail oder online. Diejenigen, die nicht so internetaffin sind wie ich fallen dabei durchs Raster. Neue Bekanntschaften ausser online gibt es gerade mal zwei.
Wozu lebe ich eigentlich nun wieder in meiner Lieblingsstadt? In einer zwar sehr günstigen dafür einer Wohnung wo ständig was kaputt ist. Zum dritten Mal der Abfluss. Auch nett, wenn das dreckige, fettige Spülwasser in der Küche postwendend aus dem Badewannenabfluss wieder rauskommt - so wenn es denn überhaupt abläuft. Oder die Heizung, die komplett nicht funktioniert und man schon zum zweiten mal vergessen hat mir einen Handwerker zu schicken.
Okay, nun bin ich auch öfter mal eben unterwegs. Wenn es wenigstens so echte Businessreisen wären. Hotel und morgens Frühstückbuffet täte ich mir ja noch gefallen lassen. Ehrlich, das fand ich als Kind schon cool; das wollte ich auch. Zwar nicht unbedingt die ganze Woche wie man Dad als ich klein war, aber für einen gewissen Zeitraum hatte das was.
"Ach mir stinkt diese Reiserei" sagte ich letztens am Telefon zu meinem Dad und er lachte grummelig - "Na, da siehste mal, wie das bei mir früher war! Das war auch nicht immer schön."
"Hey - aber du hast in nem Hotel gewohnt! Nicht als Gast - oder in 7-Bett-Zimmern in Hostels ohne Frühstück!" - und wenn du nach Hause kamst musstest du bloss den Koffer abstellen und fragen wo das Essen bleibt, weil du Kohldampf hattest - und deine Wäsche wurde sofort gewaschen und alle freuten sich, dass du nach Hause kamst und hatten dich lieb und dich vermisst und deine Füße konntest du hochlegen, dir dein Bier bringen lassen - das, das dachte ich bloss. Du hast sprichwörtlich gesehen und erlebt wofür du arbeitest. Ich, icha rbeite um mich wenigstens schrittweise der Null in meinen Gesamtfinanzen zu nähern.
Dieses, das letzte und wohl noch das folgende Jahr werde ich aus meiner Biographie streichen müssen. Weil ich nicht drin vorkomme.
Noch mehr als miese Alternativen hasse ich aber gerade keinerlei Sozialleben mehr zu haben. In den letzten 8 Monaten war ich ein einziges Mal (!!!) tanzen. Wochenends bin ich meistens so fertig, dass ich nur noch vorm Fernseher abhänge. Mit Freunden korrespondiere ich nur per Mail oder online. Diejenigen, die nicht so internetaffin sind wie ich fallen dabei durchs Raster. Neue Bekanntschaften ausser online gibt es gerade mal zwei.
Wozu lebe ich eigentlich nun wieder in meiner Lieblingsstadt? In einer zwar sehr günstigen dafür einer Wohnung wo ständig was kaputt ist. Zum dritten Mal der Abfluss. Auch nett, wenn das dreckige, fettige Spülwasser in der Küche postwendend aus dem Badewannenabfluss wieder rauskommt - so wenn es denn überhaupt abläuft. Oder die Heizung, die komplett nicht funktioniert und man schon zum zweiten mal vergessen hat mir einen Handwerker zu schicken.
Okay, nun bin ich auch öfter mal eben unterwegs. Wenn es wenigstens so echte Businessreisen wären. Hotel und morgens Frühstückbuffet täte ich mir ja noch gefallen lassen. Ehrlich, das fand ich als Kind schon cool; das wollte ich auch. Zwar nicht unbedingt die ganze Woche wie man Dad als ich klein war, aber für einen gewissen Zeitraum hatte das was.
"Ach mir stinkt diese Reiserei" sagte ich letztens am Telefon zu meinem Dad und er lachte grummelig - "Na, da siehste mal, wie das bei mir früher war! Das war auch nicht immer schön."
"Hey - aber du hast in nem Hotel gewohnt! Nicht als Gast - oder in 7-Bett-Zimmern in Hostels ohne Frühstück!" - und wenn du nach Hause kamst musstest du bloss den Koffer abstellen und fragen wo das Essen bleibt, weil du Kohldampf hattest - und deine Wäsche wurde sofort gewaschen und alle freuten sich, dass du nach Hause kamst und hatten dich lieb und dich vermisst und deine Füße konntest du hochlegen, dir dein Bier bringen lassen - das, das dachte ich bloss. Du hast sprichwörtlich gesehen und erlebt wofür du arbeitest. Ich, icha rbeite um mich wenigstens schrittweise der Null in meinen Gesamtfinanzen zu nähern.
Dieses, das letzte und wohl noch das folgende Jahr werde ich aus meiner Biographie streichen müssen. Weil ich nicht drin vorkomme.
Ideenjongleur - 5. Okt, 20:04


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