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Sonntag, 2. November 2008

Gustav im Museum für Angewandte Kunst, Köln - oder Wiener schmähn

Sie ist jung, sehr klein, sehr dünn, sehr süß, sehr hip wie sie die Synthie-Regler bedient, sich mit süß gekräuselter Stirn über ihr Laptop beugt - oder bräuchte sie bloß ne Brille? - und ich verstehe ihre Witze nicht. Sie scheint Pointen setzen zu wollen - und: keiner lacht. Nun.

Die kleine Eva aka Gustav trägt zwei Pferdeschwänzchen und bewegt zu den phhhftsch-phhfsch blubber plitsch Geräuschen, gemischt mit respektablem Eklektizsmus aus James-Bond Jazzika und immer irgendwie bekannt vorkommenden Intro-Loops als käme da gleich ein bekanntes Stück - lässig ihren Kopf vor und zurück wie ein Huhn das Futter aufpickt. Der DJane Habitus wirkt wie eine zu grosse Klamotte an ihrer lieblichen Figur.

Es könnte ein elektronisch reduzierter Brecht Song werden oder eine Ahnung eines asthmatischen Tangos oder Fragmente aus einem Synthie-Musical und bevor sich dieser Eindruck verfestigt ist er auch schon wieder weg. Alles interessant, ja, das irgendwie schon - eine scheinbar unmögliche Mischung aus Bekanntem und Innovation. Vielleicht ist es das, was die vielbepriesene "Queerness" ausmacht - denn lediglich ein Mädchen dass sich Gustav nennt und in ein Megafon mit viel zu variantenloser und schwacher Stimme, die nebenbei leider ohne zuverlässig funktionierendes Mikro nicht funktioniert und den Kopf bewegt wie ein hipper DJ - gemeinhin Männer - mit einer mädchenhaften Stimme piepst reicht nicht. Vielleicht ist mir auch wirklich was entgangen, denn die Texte sind obwegen des stimmlich dürftigen Gesangs plus miese Anlage wirklich unverständlich obwohl (oder gerade?) weil ich in der zweiten Reihe stehe.

So bleibt die rührende Kleimädchenhaftigkeit und ein leichtes Amüsement in die sich ein bischen Fremdschämen mischt, wenn sie versucht mit dem Publikum zu interagieren. Nein, nicht alle sind wegen ihr gekommen, die lange Schlange zur Ausstellung nebenan führt nunmal leider quer im Hintergrund durch das Foyer des Museums. Ignorieren wäre meiner Ansicht nach besser gewesen als sich unbeholfen und ohne echte Pointe über die Besucher die dort stehen und nicht zu ihr wollen lustig zu machen. Geht gar nicht. Find ich.
Was gut geht: die interessanten Ansätze des Mixings. Ich bin ja jetzt beileibe keine Dj-Culture Kennerin und elektronische Musik ab 1999 aufwärts findet sich keine unter meinen etwa 1200 CDs, allerdings für Interdisziplinaritäten bin ich meist offen. Dazu würde ich sogar tanzen, das will was heissen. Das geht also einigermassen gut.

Was ich insgesamt davon halten soll, weiss ich allerdings auch noch nach Ende nicht. Was gar nicht geht, erst recht nicht wenn man nicht Top-Act ist - über die Location wo man auftreten darf - gerade wenn es das drittbedeutendste Museum am Ort ist - herziehen. Oder ist das der vielgerühmte Wiener Schmäh? Versteh ich auch nicht.

Also insgesamt zuviele Fragezeichen um sie und ihn wirklich gut zu finden. Mhm.

Sonntag, 20. Mai 2007

In die Fußstapfen von Kresniks "Die letzten Tage der Menschheit" treten

Was Johann Kresnik mit "Die letzten Tage der Menschheit" im Bunker Valentin bereits vor Jahren aufs eindrücklichste gelungen ist, da kündigt Gregor Seyffert offenbar vergleichbares an:

Marquis de Sade in der Kraftwerkruine Vockerode.

Sollte ich das Stück nicht sehen können - ich wüßte jedenfalls schon wen in der Nähe den ich besuchen und begeistern könnte dazu - so will ich unbedingt dortselbigst fotografieren!

Insbesondere in der Galerie sei auf das wunderbar-seltsame Foto der Schaltzentrale hingewiesen.

Bei der Gelegenheit - Ferropolis ist da auch nicht weit ...

Mittwoch, 27. September 2006

Das Destillat des Gutmärchens

Der kleine Prinz ist eine romantische Parabel, gespickt mit Philosophie und einer Prise Ethik, die schlecht zu rezensieren nur misanthropischen Zuschauern erlaubt zu sein scheint.

Nun, nennen wir es vielleicht meinen misanthropischen Tag, präziser: misantrophischen Abend, denn der Rest davor war vor allem wegen meines Heimatgefühls und einer Gewissheit auch ältere Gesprächsfäden wieder aufheben zu können, ganz so als seien zwischen den Begegnungen keine zwei Jahre sondern höchstens zwei Monate vergangen, sehr erbaulich.

Seit der täglichen Verfügbarkeit also von erhöhter Dosis von Flachmoral scheint eine kollektive Sehnsucht nach romantisierender Moral zu grassieren. Wenn diese dann auch noch klassisch verpackt ist, wohnt man ihr gerne bei. Trägt schwelgend Erinnerungen an Anti-AKW-bewegten Zeiten vor sich her und die Pärchen im Publikum herzen sich in Strickpulli und offensichtlicher Remineszenz an die Pfadfinder-Gruppe, der sie dereinst angehörten. Tee wird zwar selten gereicht, man bleibt beim Kölsch, ansonsten wenig Überrschungen. Wer wollte das auch übelnehmen, die literarische Vorlage von Antoine de Saint Exupéry rangiert beim zahlenden Publikum vermutlich gleich hinter der Bibel.

Großartig sind die Schauspieler, die wirklich nichts dafür können in der leider sehr holprig daherkommenden Bühnenfassung ohne jegliche Spannung daherkommen zu müssen. Nun mag die Vorlage auch meilenweit von einem Thriller entfernt sein, so folgt sie allemale einer Heldenreisen-Dramaturgie. In dieser Inszenierung leider eher eine Perlenkette. Eine Reihung von Szenen in gestelzter, deutlich verschrifteter Sprache, die nur die wirklich großartigen Schauspieler (Bruno Ganz, Armin Rhode und einige andere bekannte Größen) in Leinwandeinspielungen bewältigen. Überhaupt: die Einspielungen, in denen die Planetenbewohner, die in der Wüste des Kleinen Prinzen vorbeiziehen mit dem Gestrandeten interagieren sind getimt, dass es eine Freude ist. Obendrein konsequent und liebevoll ausgestattet. In diesen Szenen, die mit der medialen Distanz die Künstlichkeit der Sprache betonen, gelingt eine echte Brücke vom Text zur Inszenierung. Der Zuschauer findet Authentizität in der märchenhaften Künstlichkeit und erlebt stimmige Szenen. Im übrigen kongenial unterstützt von teils eingespielter, teils Live-Musik. Die echte Interaktion mit dem Piloten hingegen bleibt trotz seiner physischen Anwesenheit beziehungslos und blutleer, ohne sicht- und spürbare Entwicklung. Das Spiel wiederum mit den Figuren ist ebenso lebendig wie faszinierend und der Kunstfertigkeit der Puppenspielerinnen zu verdanken. Wenn auch der Fuchs eher aussieht wie eine Kreuzung eines Promenademischlings mit einem alternden Löwen, so gewinnt das Stück an Qualität durch schlängelnde Schlangenbewegungen und den immer wieder hervorblitzenden Witz auch der Geier, die in eigenen Zungen reden. Die resolute Frechheit in der Anlage der Figur des Kleinen Prinzen weicht die zuckerwattige Süße und Weichheit der Vorlage etwas auf. Leider nicht konsequent genug.
Insgesamt: zu romantisch, möchte man heute sagen.
Ich liebe Süßkram, ohne Frage. Doch muß da immer noch ein Schlag Sahne mit oben drauf?

Dienstag, 20. Juni 2006

CDs kaufen nach dem Cover

Schon lange nicht mehr gemacht. Und festgestellt, dass ich mich das ruhig mal wieder trauen könnte.

Die da höre ich seit sie mich eine dreiviertelstunde an einen Berliner CD-Laden gefesselt haben: "The Standard": "Albatross" heißt das grandiose Album.

The Standard Albatross

Und die gleiche verschrobene Ästhetik, verschwurbelt-romantische und mit einer ahnbaren Tiefe versehenen Romantik inclusive Absturzgefahr in Untiefen findet sich hier bei:

Midlake

Ich liebe Coverdesigner, die die Musik so genau verstehen.
Und wenn ich nicht fast jedesmal, wenn ich schrub "später mehr" es nicht eingelöst habe, lasse ich vorerst diese holen Versprechungen. In der Hoffnung, dass sie es gerade dadurch nun nicht werden.

Und genieße lieber die Musik.

Ist das jetzt hören oder sehen?

Freitag, 21. April 2006

Ist Widerstand anachronistisch?

Zunächst: An welches Plattencover erinnert dieses Plakat?



Mehr zum gestern gesehenen Film mit anschließender Diskussion mit den Filmemachern Dirk Szuszies später.

Donnerstag, 4. März 2004

Warum es wichtig ist seine Kinopartner bewußt auszuwählen

Dieses spezielle Kino-Gefühl, einen Film mit ästhetischen, ansprechenden, erotischen Szenen zu schauen und sich seiner Begleitung bewußt sein. Nur der rechte Nachbar zählt. Der andere ist unrelevant, auch wenn er einem den Eintritt bezahlt hat. Der seltenere Fall, zumeist wenn laut Vorankündigung nicht von derlei Szenen berichtet wird.

Dieses spezielle Kino-Gefühl, einen Film mit ästhetischen, ansprechenden, erotischen Szenen zu schauen und sich seiner Begleitung bewußt sein. Nur der linke Nachbar zählt. Zu wissen wie es sein könnte nährt Mögliches aus Vergangenem. Die Relaxtheit diese spezielle Verlegenheit nicht zu erleben, weil gemeinsam erlebtes, weil das Wissen darum wie es war, nicht gestört wird von den Gedanken wie es sein könnte.

Dieses spezielle Kino-Gefühl, einen Film mit ästhetischen, ansprechenden, erotischen Szenen zu schauen und sich seiner Begleitung bewußt sein. Nur der linke Nachbar zählt. Zu wissen wie es sein könnte nährt Mögliches aus Phantastischem. Jeden Zentimeter Abstand zwischen den Händen auf der Armlehne zu spüren, die Finger bewegen und ahnen, die Hand daneben wisse auch wie es sein könnte. Die wolkige Ahnung, die

Donnerstag, 12. Februar 2004

Den Blick wieder focussieren

Nichts ist mehr selbstverständlich.

Philo

Donnerstag, 5. Februar 2004

"Ristorante Immortale" habe ich geliebt

und als bisher einziges Theaterstück sogar dreimal gesehen.

Endlich gibts was Neues von den Flözens. Und wenn ich dafür nach Berlin gehen muß.

Hier.

TheatroIllusio

Montag, 19. Januar 2004

da zwingts mich hinzugehn

http://www.theaterzwang.de/

Freitag, 2. Januar 2004

Da will ich hin im Januar

ab 22.01.2004 ZÉ - HEILUNG IN DEN UNSICHTBAREN WELTEN - Ein Film von Kamal Musale und Sebastian Elsaesser

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ideenjonglieren "at" web (dot) de

Also ich finde ...

 

Vor der Nase

"
Hellmut Lützner
Wie neugeboren durch Fasten

Vorm Auge

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